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Bionik – Biologie & Maschinenbau

Bionik verbindet Biologie & Maschinenbau

Maschinen, Geräte und Werkstoffe für den Weltmarkt entwickeln und sich gleichzeitig mit Natur beschäftigen und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten – ein Gegensatz? Mitnichten. Die Fachrichtung Bionik verbindet Wissenschaften wie Biologie mit Disziplinen wie Maschinenbau und schafft dadurch Berufe, die natürliche Prozesse für die Technik nutzen.

Was Bionik bedeutet, erläutert Dr. Rainer Erb, Geschäftsführer der Organisation „BIOKON – Forschungsgemeinschaft Bionik Kompetenznetz e.V., anhand einer Haifischhaut. „Dinge, die länger in natürlichen Gewässern wie Seen oder dem Meer sind, bewachsen irgendwann mit Algen, Seepocken und Muscheln“, so der Experte. Bei Haifischen und Rochen passiere dies aber nicht. Dieser Effektwurde von Bionikern untersucht und für technische Produkte genutzt: „Wir haben uns genau angeschaut, wie eine Haihaut strukturiert ist, und diese Eigenschaften auf einen Lack übertragen.

Schiffe mit Haihaut

Mit diesem Lack werden nun Boote und kleinere Schiffe gestrichen. Der Vorteil: Die neue Farbe verhindert den Bewuchs. Das senkt den Treibstoffverbrauch erheblich und damit auch die Umweltbelastung und die Kosten.

„Es stimmt nämlich nicht, dass Ökologie und Ökonomie gegensätzlich sind, bei der Bionik geht das Hand in Hand“, sagt Erb. Der entwickelte Lack sei außerdem im Unterschied zu bisherigen Anti-Fouling-Anstrichen weder giftig noch umweltschädlich.

Einziges Manko: Die neue Farbe ist bisher zwar streichfähig, jedoch nicht spritzfähig. „Große Schiffe werden aber heutzutage nicht mehr gestrichen, sondern nur noch gespritzt“, erklärt Erb. Einen spritzfähigen Schiffslack zu entwickeln sei eine Herausforderung, an der Wissenschaftler aus der Bionik aktuell arbeiten.

Blick über den Tellerrand

Wo man Bionik lernen kann? Angeboten wird der Studiengang, der Elemente der Biologie mit Aspekten des Maschinenbaus verbindet, zum Beispiel an der Hochschule Bremen, der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen und der Hochschule Rhein-Waal in Kleve.

„Wer auf diesem Gebiet arbeiten will, muss aber nicht unbedingt studieren“, betont Erb. Beteiligt seien an Aufgaben der Bionik auch Fachkräfte verschiedener Ausbildungsberufe wie etwa Lacklaboranten oder Chemikanten.

Grundsätzlich sei Bionik eine interdisziplinäre Wissenschaft, bei der Vertreter mehrerer Fachrichtungen in großen Teams zusammenarbeiten: „Wichtig ist deshalb auch, dass man dazu in der Lage ist, übergreifend zu denken und über den Tellerrand hinauszuschauen.“Weitere Infos: GREEN UP YOUR FUTURE

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