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Ausbildung zur Pflegefachkraft - Berufsaussichten und Aufstiegschancen | Stuzubi

Ausbildung Pflegefachkraft

Die Ausbildung in der Pflege ist seit 2020 neu geregelt.

Wer in der Pflege arbeiten möchte hat nun neue Möglichkeiten. Die Berufe Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger und Altenpfleger wurden 2020 durch eine allgemeine Ausbildung mit der Bezeichnung Pflegefachfrau und Pflegefachmann ersetzt, deren Absolventen in der Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Pflegebereichen arbeiten können. Wie breit die Einsatzgebiete in Pflegeberufen seien, sei vielen Schülern gar nicht bekannt, sagt Birgitta Kohout von der Bildungsakademie der Universitätsmedizin Essen. „Man kann auch im Qualitätsmanagement und bei Krankenkassen arbeiten oder sich mit einem Pflegedienst selbstständig machen.“ Kohout ist als Lehrerin an der Umsetzung der Ausbildungsreform beteiligt.

Auf der Intensivstation mit hochkomplexen medizintechnischen Geräten arbeiten, in einem Hospiz Sterbende in Gesprächen begleiten, Senioren ein betreutes Wohnen im eigenen Zuhause ermöglichen, als Pflegedienstleitung die Verantwortung für ein Alten- und Pflegeheim übernehmen oder im Auftrag von Krankenkassen die Qualität von Heimen überprüfen – die Pflegebranche hat viele Gesichter. In der Gesellschaft halte sich aber noch immer das Image der Pflegefachkraft als Gehilfin des Arztes, räumt die Expertin Birgitta Kohout ein. Dieses Bild habe „so nie gestimmt“, betont sie. Bei dem neuen Beruf Pflegefachfrau, den es seit 2020 gibt, sei das Vorurteil jedoch „nicht länger haltbar.“

Ausbildung zur Pflegefachkraft ab 2020 neu

Pflegefachkräfte lernen in der Ausbildung nun mehrere Bereiche kennen.
Pflegefachfrau Ausbildung

Was sich 2020 geändert hat? Die Inhalte der Ausbildungen in der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege seien in weiten Teilen schon immer gleich gewesen, erklärt Kohout. Deshalb sei nun der Beruf Pflegefachfrau und Pflegefachmann neu eingeführt worden, der eine übergreifende Ausbildung mit Vertiefungsmöglichkeiten in der Arbeit mit Kindern oder alten Menschen als Wahlmöglichkeit anbiete.

Weil man als Pflegefachkraft nach der Ausbildung in jedem Bereich der Pflege arbeiten können, lernen die Auszubildenden nun alle drei Spezialgebiete ausführlich kennen. Dies bedeute, dass der praktische Teil der Lehre zur Pflegefachfrau in verschiedenen Einrichtungen absolviert werde. Die Auszubildenden der Universitätsmedizin Essen arbeiten zum Beispiel im Krankenhaus auf Stationen für Erwachsene und Kinder. Um die Einsätze im Bereich der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege abzudecken, gebe es aber Kooperationen mit Alten- und Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten, sagt Kohout. Auch ein Einsatz in der Psychiatrie sei weiterhin Pflicht und finde extern statt. Mit allzu langen Fahrzeiten sei aber nicht zu rechnen, versichert Kohout: „Hier im Ruhrgebiet sind wir diesbezüglich ja verwöhnt.“ In anderen Gegenden müssten die angehenden Pflegefachkräfte aber damit rechnen „auch einmal ein bisschen herumzureisen.“

Neu sind seit 2020 auch sogenannte Vorbehaltsaufgaben der Pflegefachkraft. „Das sind Tätigkeiten, die nur examinierte Pflegefachfrauen oder -männer ausführen dürfen“, erklärt die Expertin. Dazu zähle etwa die Planung und Beurteilung von Pflegeprozessen: „Das ist eine besondere Verantwortung, für die wir auch geradestehen wollen.“

Wer die Spezialisierung im Bereich Kinderkrankenpflege wähle, befasse sich im letzten Ausbildungsjahr mit speziellen Inhalten wie etwa der besonderen Dosierung von Medikamenten bei Kindern. Dagegen sei die Problematik bei älteren Patienten eher in der Einnahme einer großen Menge vieler verschiedener Medikamente zu sehen. Dies sei bei alten Menschen oft erforderlich und könne zu Wechselwirkungen führen.

Pflege als Studium

In der Pflege soll es künftig auch mehr Studienangebote geben.
Pflegeberufe Ausbildung und Studium

Gestärkt werden solle im Zuge der Reform der Ausbildung in der Pflege auch das Pflegestudium. Hier seien die Unikliniken führend. Am Universitätsklinikum Essen gebe es dazu unter anderem eine Kooperation mit der Fernhochschule Hamburg und der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum: „Sowohl in den Stabsstellen als auch auf den Stationen stellen wir gerne akademisch ausgebildete Pflegefachkräfte ein.“ Die Zahl der Studienplätze in der Pflege sei in Nordrhein-Westfalen aber noch relativ begrenzt.

Allerdings gebe es auch nach der Ausbildung zur Pflegefachfrau viele Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen, etwa zur Stationsleitung oder im Bereich Pflegeberatung. Auch das Gehalt in der Ausbildung zur Pflegefachkraft sei vergleichsweise hoch: „Wir liegen am oberen Rand.“

Das Besondere am Beruf der Pflegefachkraft sei aber der intensive Kontakt mit Menschen und die Dankbarkeit der Patienten: „Man bekommt immer gute Rückmeldungen, denn Pflege wird gebraucht.“ Jugendlichen, die sich für die Ausbildung interessieren, rät Kohout zu einem Schulpraktikum. Oft seien die Vorstellungen von dem Beruf nämlich ganz anders als die Realität: „Vieles, was man im Krankenhaus erlebt, ist dann gar nicht so schlimm, wie man dachte.“ Wichtig sei in der Pflege vor allem, dass man eine persönliche Neigung zu der Tätigkeit mitbringe. Ein Praktikum sei die beste Methode, um das herauszufinden.


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