Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren

Bundesfreiwilligendienst nach dem Abitur | Stuzubi

Bundesfreiwilligendienst 2020

Bundesfreiwilligendienste gibt es in vielen bereichen.

Die 20-jährige Berit Bellin plant ein Sportstudium, Cynthia Scheler, 18, hat vor, sich für den Studiengang Psychologie einzuschreiben und der 18-jährige Felix Krüger hofft auf einen Studienplatz in Forstwirtschaft. Doch alle drei lassen sich mit dem Start ins Studium noch etwas Zeit. In ihrer einjährigen Pause nach dem Abi absolvieren sie einen Bundesfreiwilligendienst – und bekommen dabei schon jetzt Einblicke in die Berufsfelder, in denen sie später arbeiten möchten.

Sich nach dem Abitur eine Auszeit zu nehmen hatte Berit eigentlich gar nicht vor. „Ich hatte schon die Tendenz, ein Studium anzufangen“, erzählt sie. Zur Debatte gestanden habe Sportwissenschaften und Sportmanagement. „Aber überzeugt war ich nicht“, räumt sie ein. Sich noch während der Schulzeit mit dem Thema Studium und Beruf zu befassen sei für viele Jugendliche schwierig, denn im Vordergrund stehe erst einmal ein guter Schulabschluss. Auch sie habe die Doppelbelastung als problematisch empfunden: „Wenn man auf das Abi lernt hat man keine Zeit für die Zukunftsplanung.“

Aus diesem Dilemma herausgekommen ist Berit durch einen Zufall. Sie entdeckte die Ausschreibung des Deutschen Segler-Verbands (DSV) in Kiel, der den Freiwilligendienst im Sport über die Sportjugend Schleswig-Holstein anbietet. Sie sei selbst seit 13 Jahren im Segelsport aktiv und habe sich sofort beworben: „Mein Segelverein liegt fast direkt daneben.“

Seit September 2019 sammelt Berit nun Erfahrungen in der Verbandsarbeit. Dazu zählen unter anderem Bürotätigkeiten und die Vorbereitung von Veranstaltungen, aber auch die Betreuung von Sportlern – angefangen von Jugendlichen bis hin zu Olympioniken. Gerade sei ein Container für die Olympischen Spiele aus Japan gekommen, berichtet sie: „Jetzt laden wir aus.“ Kiel sei der Olympiastützpunkt für den Segelsport. Mit den Olympioniken der Sommerspiele in Japan habe sie deshalb regelmäßig Kontakt: „Es ist schon cool zu sehen wie sie trainieren.“

Freiwilligendienst im Sport

Berit absolviert einen Bundesfreiwilligendienst beim Deutschen Segler-Verband.
Freiwilligendienst im Sport

Wenn es in Deutschland zu kalt sei, finde das Training jedoch in wärmeren Ländern wie zum Beispiel Portugal statt. Zu Berits Aufgaben in ihrem Freiwilligendienst im Sport zählt deshalb auch die Erstellung von Reisekostenabrechnungen für die Spitzensportler. In der ersten Woche ihres Freiwilligendienstes habe sie dazu eine Schulung in der Buchhaltungsabteilung des Verbands bekommen. Die Arbeit im Büro sei für sie völliges Neuland gewesen: „Buchhaltung ist zwar ein bisschen monoton, aber macht trotzdem Spaß, zum Beispiel, wenn amüsante Rechnungen aus Japan kommen und man entziffert, was drinsteht.“

In manchen Bereichen könnten jedoch die Verbandsmitarbeiter auch etwas von den jungen Kollegen aus dem Bundesfreiwilligendienst lernen. Geübt sei sie unter anderem im Umgang mit der Präsentationssoftware Power-Point, sagt Berit: „Das haben wir in der Schule oft gebraucht und können das besser als die älteren Mitarbeiter hier.“ Neben Präsentationen für Veranstaltungen bereiten die Freiwilligen außerdem die Räume für Trainerfortbildungen und andere Events vor. Einmal habe sie auch ein Kickerturnier zwischen Jugendlichen und Olympioniken geplant und realisiert: „Diese Idee kam von uns, als es darum ging, unsere Spitzensportler mit einer Gruppe von 16- und 17-Jährigen Besuchern in Kontakt zu bringen.“

Der Freiwilligendienst im Sport sei sehr vielfältig und bereite ihr großen Spaß, schwärmt Berit. Nach der Schule ins Arbeitsleben einzusteigen sei jedoch eine Umstellung: „Man ist schon viel mehr eingespannt.“ Ihr Arbeitstag beginne meistens um 8 Uhr morgens und ende zwischen 16 und 17 Uhr. Als Belastung empfinde sie ihre 38,5-Stunden-Woche aber nicht, betont sie: „Es gibt immer Neues und ist immer spannend.“

Beim Bundesfreiwilligendienst habe sie außerdem ihre Vorliebe fürs Praktische entdeckt, verrät Berit. Bis zum Abitur sei ein Studium für sie die erste Wahl gewesen und eine Berufsausbildung nur die zweite Option: „Das hat sich jetzt aber umgedreht.“ Zwar könne sie sich weiterhin gut vorstellen, Sportmanagement zu studieren. Ihr neuer Plan sei aber, sich auf eine Ausbildung bei der Wasserschutzpolizei zu bewerben.


Bundesfreiwilligendienst im sozialen Bereich – Erfahrungsbericht

Bundesfreiwilligendienst im ökologischen Bereich - Erfahrungsbericht


Das könnte dich auch interessieren:

FSJ im Sport

Tipps für die Auszeit nach der Schule

Stuzubi Schülermesse für Studium, Ausbildung, Auslandsaufenthalt und Freiwilligendienst