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Internationale Freiwilligendienste: Experte rät zu Auslandsaufenthalt in der EU | Stuzubi

Auslandsaufenthalt 2020

Ein Auslandsjahr nach der Schule ist auch 2020 möglich.

Du hast einen Freiwilligendienst im Ausland geplant? Dann bleib‘ dran – du musst deinen Traum wegen der Corona-Pandemie nicht aufgeben. Bei Auslandsaufenthalten in der EU ist der Experte Robert Helm-Pleuger schon wieder sehr optimistisch. Auch Auslandsprogramme für exotische Länder werden ab Oktober angeboten. „Hier ist aber Vorsicht geboten“, mahnt der Projektkoordinator von Eurodesk, einer Organisation, die von der EU und der Bundesregierung finanziert wird, um Jugendliche und junge Erwachsene über Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte zu beraten.

Schule aus und endlich frei sein, ab in die große, weite Welt. Alles hätte so schön sein können. Und dann kam das Coronavirus. „Die internationalen Freiwilligendienste Kulturweit und Weltwärts haben sofort ihre ganzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Ausland zurückgeholt“, berichtet Helm-Pleuger. Doch nicht alle Freiwilligen im Ausland mussten nach Hause. Einige Förderprogramme stellten den Teilnehmern frei, heimzukommen oder den Auslandsaufenthalt fortzusetzen, zum Beispiel der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) und das Europäische Solidaritätkorps (ESK). „Hier sind die Freiwilligen zum Teil in den Programmen geblieben“, sagt Helm-Pleuger.

Doch wie sieht die Lage jetzt aus? „Die Beratungen sind bei uns erstmal stark zurückgegangen“, räumt der Experte ein. Im Durchschnitt führt Eurodesk in Deutschland rund 70.000 Gespräche im Jahr mit jungen Menschen, die ins Ausland wollen. Seit Corona sei die Nachfrage massiv eingebrochen: „Vom sonst üblichen Umfang waren vielleicht zehn Prozent übrig.“

Last-Minute-Markt für Auslandsprogramme

Der Last-Minute-Markt von Eurodesk füllt sich aber schon wieder zunehmend mit Angeboten. Etwa 200 Auslandsaufenthalte waren bereits Ende Juni in der Börse zu finden, darunter auch Freiwilligendienste in China, Argentinien und Ecuador für den Starttermin am 1. Oktober 2020. „Gerade bei Lateinamerika wäre ich aber zunächst vorsichtig, hier muss man sicher die Entwicklungen vor Ort abwarten“, mahnt Helm-Pleuger. Aber zum Beispiel auch Auslandsprogramme in den USA seien derzeit, bei steigenden Infektionszahlen, eher problematisch zu sehen.

Unbedenklich sei dagegen aus seiner Sicht ein Auslandsjahr in der EU. Bei einer weiteren Infektionswelle sei die Gefahr sich zu infizieren vermutlich bei einem Langzeit-Freiwilligendienst im europäischen Ausland nicht höher als in Deutschland: „Man muss jetzt Corona immer mit einkalkulieren, das gilt auch für Auslandsaufenthalte.“

Das bedeutet: Wenn du dich für einen Freiwilligendienst im Ausland nach der Schule interessierst, musst du darauf nicht verzichten. „So ein Gap Year ist auch wichtig zur Orientierung“, sagt Helm-Pleuger. Zudem gebe es derzeit auch bei einem Studium oder einer Ausbildung keine Sicherheitsgarantie. „Die Hochschule oder der Ausbildungsbetrieb in Deutschland würde bei einem erneuten Ausbruch des Virus auch geschlossen werden oder auf Online-Formate umgestellt.“

Auslandssemester und Auslandsjahr nach dem Bachelor

Selbst wenn du davon träumst, deinen Auslandsaufenthalt in einem fernen Land zu verbringen und ganz andere Kulturen kennenzulernen, gibt es keinen Grund, diese Pläne wegen der Corona-Pandemie ad acta zu legen. Das Jahr nach dem Schulabschluss sei nicht die einzige Zeit, in der sich ein Freiwilligendienst im Ausland anbiete, betont Helm-Pleuger. Auch nach dem Bachelor lasse sich ein Auslandsaufenthalt gut realisieren oder während des Studiums in Form eines Auslandssemesters. Als Schulabgänger hast du außerdem in der Regel noch gut sechs bis acht Jahre vor dir, bis du die Altersgrenze für Freiwilligendienste im Ausland überschreitest. Helm Pleugers Tipp: Geh einfach nach der Schule erst einmal mal ins europäische Ausland und nach dem Bachelor dann noch einmal weiter weg.

Dabei ist es durchaus sinnvoll, einen außereuropäischen Auslandsaufenthalt jetzt schon einmal langfristig für die Zukunft zu planen. „Irgendwann ist der Spuk mit Corona auch vorbei“, sagt Helm-Pleuger. Bis auf weiteres sei aber noch mit Einschränkungen zu rechnen. Erst wenn ein Impfstoff verfügbar sei, habe man wieder alle Freiheiten wie vor der Pandemie.


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