Wenn du in diesem Jahr 18 wirst, bekommst du irgendwann Post von der Bundeswehr. Dabei geht es erst einmal um die Frage, ob du einen Freiwilligen Wehrdienst ableisten möchtest. Doch die Bundeswehr hat noch viel mehr zu bieten: Du kannst dort ganz unterschiedliche Ausbildungsberufe erlernen, und auch ein Studium bei der Bundeswehr ist möglich.
Ausbildung für Soldat*innen
Wenn du dir vorstellen kannst, Soldat oder Soldatin zu werden, hast du viele Möglichkeiten. Die Einsatzgebiete reichen von den Bodentruppen im Heer über die Marine auf See und die Luftwaffe bis zum Cyber- und Informationsraum und dem Unterstützungsbereich, zu dem beispielsweise die Sanitäter*innen gehören.
Doch egal welche Richtung du einschlägst: Eines haben alle Soldat*innen gemeinsam – sie absolvieren eine drei- bis sechsmonatige Grundausbildung. In dieser Zeit lernst du den Umgang mit Waffen, marschierst und nimmst am Biwak teil, dem Campieren im Freien. Außerdem erfährst du, welche Rechte und Pflichten Soldat*innen haben und was für Umgangsformen beim Militär herrschen. Dazu gehören bestimmte Regeln beim Tragen der Uniform, das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und noch einiges mehr.
Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, für welchen Karriereweg du dich entscheidest. Denn beim Militär gibt es unterschiedliche Laufbahnen: Du kannst in den Mannschaften dienen. Hier beginnst du beispielsweise als Schützin, Fliegerin oder Matros*in und kannst bis zum Stabskorporal aufsteigen. Bei den Unteroffizierinnen startest du als Unteroffizierin oder Maat und kannst dich zum/zur Oberstabsfeldwebel*in oder Oberstabsbootsmann/-frau hocharbeiten.
Oder du strebst eine Offizierslaufbahn an. Hier steigst du als Leutnant ein und hast die Chance, am Ende General*in oder Admiral*in zu werden. Für diesen Weg ist ein Studium üblich. Fast alle Offiziere und Offizierinnen haben studiert, der Großteil von ihnen direkt bei der Bundeswehr.
Studieren im Rahmen der Offizierslaufbahn
Ein Studium bei der Bundeswehr ist oft mit einer Offizierslaufbahn verbunden. Das bedeutet: Du musst dich für mindestens 13 Jahre als Zeitsoldat*in verpflichten. Wenn du bei der Luftwaffe oder im Sanitätsdienst bist, werden sogar bis zu 17 Dienstjahre als Minimum gefordert. Die Bundeswehr hat zwei Universitäten:
Angeboten werden dort Studiengänge aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen: Du kannst Ingenieurwissenschaften und Informatik, aber auch Fächer wie Bildungswissenschaft, Kulturwissenschaft oder Psychologie bei der Bundewehr studieren. Auch ein Medizinstudium ist möglich – und zwar ohne NC (numerus clausus). An den Universitäten der Bundeswehr in München oder Hamburg wird Medizin allerdings nicht angeboten. Beim Medizinstudium kooperiert die Bundeswehr mit verschiedenen Universitäten in ganz Deutschland, die für die Offiziersanwärter*innen ein bestimmtes Kontingent an Studienplätzen bereitstellen.
Einen klassischen NC hat das Studium für die Offizierslaufbahn grundsätzlich nicht. Bei der Vorauswahl der Bewerber*innen können Abinoten aber trotzdem eine gewisse Rolle spielen. Außerdem musst du im Assessmentcenter entsprechend gut abschneiden, um Offiziersanwärter*in werden zu können.
Weiterer Vorteil eines Studiums bei der Bundeswehr: Wenn du im Rahmen deiner Ausbildung zum/zur Offizier*in studierst, bekommst du während deines gesamten Studiums ein Gehalt, den sogenannten Sold. Zusätzlich wird oft auch Unterkunft und Verpflegung gestellt.

Karriere im zivilen Bereich
Auch wenn du nicht Soldatin oder Soldat werden möchtest, kannst du bei der Bundeswehr studieren und anschließend im zivilen Bereich arbeiten. Dabei handelt es sich größtenteils um duale Studiengänge für den gehobenen Beamtendienst. Die Bundeswehr kooperiert dazu mit acht Hochschulen in Deutschland:
- Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim
- Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg
- Universität der Bundeswehr München
- Hochschule Mannheim Hochschule
- Bremen Hochschule
- Jade (Wilhelmshafen)
- Hochschule Koblenz
- Hochschule Rhein-Sieg
Angeboten werden beispielsweise MINT-Studiengänge wie Maschinenbau oder Informatik oder auch Studiengänge aus dem Bereich Verwaltung. Du bekommst während des gesamten Studiums ein Gehalt und bist Beamter oder Beamtin auf Probe.
Außerdem kannst du bei der Bundeswehr mehr als 50 verschiedene Ausbildungsberufe erlernen – von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie zahnmedizinische*r Fachangestellte*r. Wie bei der klassischen dualen Berufsausbildung bekommst du deine Fähigkeiten in einem Betrieb oder einer Ausbildungswerkstätte vermittelt und besuchst die Berufsschule. Am Ende deiner Ausbildung legst du eine Abschlussprüfung vor der IHK oder Handwerkskammer ab. Nach der Ausbildung bleiben die Azubis in der Regel als zivile Mitarbeiter*innen bei der Bundeswehr. Je nach Ausbildung ist auch eine Übernahme ins Beamtenverhältnis möglich.

Die Bundeswehr auf der Berufsorientierungsmesse Stuzubi
Auf der Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi kannst du dich über die Ausbildung und das Studium bei der Bundeswehr informieren.



