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Duales Studium – MINT für Pragmatiker

Ausbildung oder Studium? Wer Abitur hat, kann zwischen beidem wählen – oder bei einem dualen Studium auch einfach beides gleichzeitig machen.

Sarah Bensatallah hat sich für ein duales Studium der Fachrichtung Systems Engineering an der Hochschule RheinMain entschieden, das eine Ausbildung zur Mechatronikerin beinhaltet. „Mit dem theoretischen Hintergrund kann man die Praxis viel besser umsetzen, und umgekehrt versteht man die Theorie besser, wenn man die Praxis kennt“, erklärt die 22-Jährige. Zu ihrem jetzigen dualen Studium kam sie jedoch auf Umwegen.

Auch wer schon früh klare berufliche Ziele hat, kommt nicht immer dort an, wo er ursprünglich hin wollte. „Ich hatte immer fest vor, Feuerwehrfrau zu werden“, erinnert sich Sarah. Erste Erfahrungen in dem Beruf sammelte sie bei der Jugendfeuerwehr in Rodgau. Ein Praktikum bei der Berufsfeuerwehr in der neunten Klasse bestätigte sie in ihrem Wunsch. Sogar bei der Wahl ihrer Schule habe sie sich an ihrem Vorhaben orientiert. „Weil man mit einem Abitur an einer gewerblich-technischen Schule Ausbildungen im technischen Bereich verkürzen kann, bin ich auf die GTS in Offenbach gegangen“, berichtet sie.

Womit sie nicht gerechnet habe: Je näher es auf die Hochschulreife zugegangen sei, desto mehr schwand ihr Interesse am Feuerwehrberuf: „Irgendwann dachte ich mir, wenn ich schon Abitur habe, kann ich auch studieren.“

Auf einer Ausbildungs- und Studienmesse habe sie das duale Studium zum Systemingenieur an der Hochschule RheinMain entdeckt. „Das Technische lag mir schon immer, ich war nie ein typisches Mädchen, das mit Puppen gespielt hat, ich mochte lieber Autos und Lego“, erzählt sie.

Mit einem Motivationsschreiben und ihrem Lebenslauf habe sie sich bei mehreren Firmen für das duale Studium beworben. Ihre Mutter habe ihr bei der Bewerbung geholfen. „In der Schule haben wir zwar einmal eine Bewerbung auf Deutsch und auch auf Englisch geschrieben, aber das Thema kommt im Unterricht eigentlich zu kurz“, räumt Sarah ein.

Doch ihre Bewerbung war erfolgreich. Der amerikanische Konzern Procter and Gamble lud sie sofort zum Einstellungstest ein. Vorbereitet habe sie sich mit Tests anderer großer Firmen aus dem Internet, berichtet Sarah: „Ich habe Mr. Google gefragt.“ Die Aufgaben seien sehr anspruchsvoll gewesen. Geprüft werde unter anderem logisches Denkvermögen, räumliches Denken, mathematische und physikalische Kenntnisse und Konzentrationsfähigkeit: „Das ist gar nicht so einfach, weil man für die Lösungen immer nur ganz wenig Zeit hat.“

Bewerbung fürs duale Studium

Teil des Einstellungsverfahrens seien außerdem drei ausführliche persönliche Gespräche mit Abteilungsleitern: „Bei uns im Betrieb wird großen Wert daraufgelegt, dass man die Bewerber auch wirklich kennenlernt.“ Die Interviews seien deshalb genauso relevant wie die Testergebnisse. Im Grundstudium verbringen die Studierenden drei Tage in der Woche im Betrieb und zwei Tage an der Hochschule. Auch ein Nachmittag an der Berufsschule gehört zum Wochenplan. An der Hochschule werden Fächer wie Elektronik, technische Mechanik, Mathematik, Physik und Mechatronik, aber auch technisches und Business-Englisch unterrichtet. Das Wissen, das vermittelt werde, sei sehr breit, lobt Sarah. „Ich lerne auch ein bisschen programmieren, oder Präsentationstechniken.“ Ihr Lieblingsfach: Mathe. Auch an Prozesstechnik und Elektrotechnik habe sie viel Spaß: „Das geht locker, weil ich das aus der Schule kenne.“

Studieren mit Praxisbezug

Immer wieder könne sie ihre Kenntnisse aus dem dualen Studium auch im Betrieb anwenden. Stoff an der Hochschule seien zum Beispiel die physikalischen Grundlagen für Simulationen zu Crash-Tests aus der Autoindustrie gewesen. Diese Simulationen könne sie in ihrem Unternehmen für den Test von Verpackungsmaterialien verwenden: „Ich spiele zum Beispiel durch, ob ein verpackter Rasierapparat, der herunterfällt, kaputt geht.“ Einmal habe sie im praktischen Teil des Studiums sogar einen Teststand für Ladegeräte selbstständig entwickelt, geplant und aufgebaut. „Das macht einen dann schon stolz, wenn man etwas essenzielles fürs Unternehmen beitragen kann“, sagt Sarah.

Der Unterricht an der Berufsschule gehe dagegen etwas weniger in die Tiefe. Allerdings müssten sich die dual Studierenden den Stoff zum Teil selbstständig erarbeiten. Gerade zwischen dem dritten und dem fünften Semester sei der Lernaufwand deshalb relativ hoch: „Aber danach entspannt es sich wieder.“ Insgesamt sei das Pensum gut zu bewältigen. Wer in den Vorlesungen aufmerksam mitarbeite, müsse zuhause fürs Studium in der Regel nicht mehr viel nacharbeiten. Allerdings richte sich der Aufwand auch nach dem persönlichen Anspruch: „Die einen sagen, meine Freizeit ist mir wichtig und eine Zwei reicht mir, andere setzen sich jeden Tag hin, um eine glatte Eins zu schaffen.“

Ihren Bachelor wird Sarah in wenigen Wochen in der Tasche haben – inklusive IHK-Abschluss für ihre Ausbildung als Mechatronikerin, den sie schon nach dem Grundstudium erworben hat. Wie es dann weitergeht? „Ich will auf jeden Fall noch meinen Master machen“, kündigt Sarah an. Für die Zeit danach habe sie noch keine konkreten beruflichen Pläne. Nur eines weiß sie schon jetzt – und in dieser Frage ist Sarah keine untypische Frau. „Ich will Familie und Kinder, und möchte eine Karriere, die sich damit vereinbaren lässt“, sagt sie.

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