Die Wohnkosten gehören zu den größten finanziellen Belastungen im Studium. Laut dem aktuellen MLP Studentenwohnreport, der Ende September 2026 veröffentlicht wurde, sind die Mieten für Studentenwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen. Die teuerste Stadt fürs Studium bleibt München, wo ein kleines Apartment oder WG-Zimmer oft deutlich mehr als 800 Euro Miete im Monat kostet. Im BAföG-Satz sind indes nur 380 Euro im Monat als Wohnkostenpauschale vorgesehen. Ausreichend ist dieses Budget laut der Erhebung aber in fast keiner der insgesamt 38 untersuchten Städte. Wie hoch die Mieten für Studentenwohnungen derzeit sind, erfährst du in unserem Beitrag.
Studis mit eigener Wohnung geben mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete aus
Eigentlich ist das Studium in Deutschland kostenfrei. Denn Studiengebühren erheben staatliche Hochschulen und Universitäten in Deutschland nicht. Trotzdem bleibt Studieren in der Realität teuer. Der größte Kostenfaktor: die hohen Mieten für Studentenwohnungen. Laut einer Pressemeldung des Statistischen Bundesamts geben Studierende mit eigenem Haushalt im Durchschnitt 54 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnen aus. Wenn sie allein leben, sind es sogar 56 Prozent. Wohnen sie mit anderen Studierenden oder Auszubildenden zusammen, verschlingen die Wohnkosten mit 49 Prozent immer noch fast die Hälfte des Einkommens.
Damit geben viele Studierende mehr als doppelt so viel Geld fürs Wohnen aus als die Gesamtbevölkerung, die im Durchschnitt nur 24 Prozent ihres Einkommens bezahlt. Dabei gilt die Faustregel: Mehr als 30 Prozent des Einkommens sollte Wohnen nicht kosten. Studierende mit eigenem Haushalt liegen deutlich über diesem Wert. Bezogen auf alle Studierenden ist der Anteil der Wohnkosten am Einkommen mit 32 Prozent zwar gar nicht so weit von der 30-Prozent-Regel entfernt. Hier sind allerdings auch die Studierenden mit eingerechnet, die noch zum Nulltarif bei ihren Eltern wohnen – häufig deshalb, weil sie sich eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer nicht leisten können.
Wohnpauschale im BAföG-Satz reicht für Miete meistens nicht
Gerade für Studierende, die BAföG beziehen, sind die hohen Mieten oft ein Problem. Denn aktuell liegt die Wohnpauschale des BAföG-Satzes für Studierende, die nicht mehr zuhause wohnen, bei 380 Euro im Monat (Stand: 2026). Die Mieten für Studentenwohnungen sind aber in den meisten Universitätsstädten deutlich höher. Sogar wenn du zusätzlich zum BAföG einen Minijob hast, wird es oft finanziell eng.
Allerdings unterscheiden sich die Mieten für Studentenwohnungen je nach Region deutlich. Wenn du dir in deiner Stadt kein WG-Zimmer leisten kannst, lohnt sich unter Umständen ein Umzug. Jenseits der großen Metropolen sind Studentenwohnungen häufig noch bezahlbar. Weiterer Vorteil: Die Universitäten und Hochschulen sind dort nicht so überlaufen und die Betreuung deshalb oft besser.
Gute Universitäten, günstige Studentenwohnungen: Studieren in Ostdeutschland
Bezahlbare Studentenwohnungen findest du zum Beispiel im Osten Deutschlands. Städte wie Leipzig, Dresden und Jena bieten ein spannendes Kultur- und Nachtleben, hervorragende Universitäten und günstigen Wohnraum für Studierende. Noch niedriger sind die Mieten in Chemnitz, Magdeburg, Greifswald und Rostock. Bezahlbare Unistädte gibt es aber auch im Westen, etwa in Bochum im Ruhrgebiet.
Die Kehrseite der Medaille: Wo die Mieten günstig sind, gibt es häufig nicht so viele Jobangebote. Bist du BAföG-berechtigt, kommst du hier mit deinem Budget vermutlich aus. Wenn du dein Studium aber größtenteils durch Nebenjobs selbst finanzieren musst, solltest du dich im Vorfeld nicht nur über die Mietpreise, sondern auch über Stellenangebote für Studierende und die ortsüblichen Löhne informieren.
Die teuersten Studentenstädte – Top 10
Mit Abstand am teuersten sind Studentenwohnungen in München. Das gilt sowohl für Apartments als auch für WG-Zimmer. Doch auch in den anderen deutschen Metropolen sowie im Südwesten Deutschlands sind die Mieten hoch.
Das waren 2026 die teuersten Universitätsstädte in Deutschland:
| Stadt | Median-Kaltmiete kleine Wohnung (bis 40 qm) * |
| München | 830 Euro |
| Frankfurt | 610 Euro |
| Stuttgart | 600 Euro |
| Köln | 590 Euro |
| Berlin | 580 Euro |
| Hamburg | 580 Euro |
| Freiburg | 540 Euro |
| Darmstadt | 540 Euro |
| Heidelberg | 530 Euro |
| Konstanz | 530 Euro |
Ein WG-Zimmer ist nicht nur günstiger als ein eigenes Apartment oder eine kleine Wohnung. Gerade wenn du in eine andere Stadt ziehst, hilft dir eine Wohngemeinschaft dabei, Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Allerdings ist der preisliche Unterschied zwischen einem WG-Zimmer und einer kleinen eigenen Wohnung in manchen Städten gar nicht so groß.
In diesen Unistädten waren 2026 WG-Zimmer am teuersten:
| Stadt | Median-Kaltmiete WG-Zimmer * |
| München | 750 Euro |
| Hamburg | 620 Euro |
| Frankfurt | 600 Euro |
| Berlin | 600 Euro |
| Köln | 600 Euro |
| Freiburg | 600 Euro |
| Düsseldorf | 570 Euro |
| Mainz | 540 Euro |
| Stuttgart | 530 Euro |
| Heidelberg | 530 Euro |
* Gerundete Werte, bezogen auf 38 untersuchte Standorte, Stand: 2026, Quelle: Value AG, Institut der deutschen Wirtschaft
Die günstigsten Studentenstädte – Top 10
Im Osten Deutschlands sind Studentenwohnungen noch bezahlbar. Das gilt auch für beliebte Universitätsstädte wie Leipzig, Dresden oder Jena. Auch in NRW und im Saarland sind die Mieten für Studierende vergleichsweise günstig.
| Stadt | Median-Kaltmiete kleine Wohnung (bis 40 qm) * |
| Chemnitz | 210 Euro |
| Magdeburg | 280 Euro |
| Greifswald | 320 Euro |
| Dresden | 320 Euro |
| Rostock | 330 Euro |
| Bochum | 340 Euro |
| Leipzig | 340 Euro |
| Jena | 350 Euro |
| Saarbrücken | 370 Euro |
| Göttingen | 370 Euro |
In Chemnitz sind die Mieten für Studierende laut der Untersuchung am günstigsten – besonders wenn du in einer WG wohnst. Für ein WG-Zimmer zahlst du je nach Stadt im Schnitt meistens 10 bis 30 Euro im Monat weniger als für ein eigenes Apartment. Für Studierende ist das eine Menge Geld. Weiterer Pluspunkt einer WG: In der Miete enthalten sind oft große Gemeinschaftsflächen, die du mitnutzen kannst.
| Stadt | Median-Kaltmiete WG-Zimmer * |
| Chemnitz | 180 Euro |
| Magdeburg | 270 Euro |
| Bielefeld | 280 Euro |
| Göttingen | 300 Euro |
| Greifswald | 300 Euro |
| Bochum | 320 Euro |
| Trier | 330 Euro |
| Dresden | 330 Euro |
| Saarbrücken | 350 Euro |
| Aachen | 380 Euro |
* Gerundete Werte, Stand: 2026, Quelle: Value AG, Institut der deutschen Wirtschaft

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