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Nachhaltige Jobs gibt es in allen Branchen

Wer sich für Klimaschutz einsetzen möchte, muss sich nicht auf privates Engagement beschränken. Auch in der Arbeitswelt spielt Nachhaltigkeit inzwischen eine große Rolle. Mehr als 1.000 Unternehmen bieten bei Jobverde.de grüne Jobs an, rund 2.000 Bewerber tummeln sich täglich auf dem Portal. Doch wie sieht nachhaltiges Arbeiten konkret aus? Gibt es grüne Jobs nur im technischen Bereich? Wie sind die Karrierechancen und was verdient man? Antworten darauf weiß Romek Vogel, der 2011 das Start-up JOBVERDE gegründet hat. stuzubi.de hat mit ihm gesprochen.

Stuzubi: Auf ihrem Portal haben Sie sich auf nachhaltige Stellenangebote spezialisiert. Was bedeutet das genau?

Romek Vogel: Wir vermitteln sowohl Jobs in Unternehmen aus grünen Branchen als auch Stellen in nachhaltigen Berufen. Das ist sehr breit gefächert. Prinzipiell ist Nachhaltigkeit in allen Branchen möglich, auch in der Textilherstellung, im Lebensmittelbereich oder in der Hotellerie. Es gibt zum Beispiel nachhaltige Hotels, in denen vegan gekocht wird. Nachhaltige Mode ist ebenfalls hochgefragt. Aber auch Bewerber für nachhaltige Berufszweige in traditionellen Unternehmen werden gesucht. Das kann ein Umweltjurist oder ein Marketingmitarbeiter sein, der für die Kommunikation nachhaltiger Projekte im Unternehmen zuständig ist.

Stuzubi: Es werden also nicht nur Ingenieure zur Entwicklung umweltfreundlicher Technologien gesucht?

Romek Vogel: Nein, aber der Anteil von Stellenangeboten mit technischem Hintergrund liegt bei uns etwa bei 70 Prozent. Besonders gefragt sind zum Beispiel Mitarbeiter in den Bereichen Elektromobilität oder Windenergie, hier wird gerade viel Geld investiert.

Stuzubi: Und die Bewerber auf Ihrem Portal, sind das auch vorwiegend Ingenieure?

Romek Vogel: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das viele Frauen interessiert. Etwa 60 Prozent unserer Nutzer sind weiblich. Bei den Bewerberinnen sind natürlich auch frauentypische Berufe gefragt, viele interessieren sich zum Beispiel für Jobs bei NGOs (Nichtregierungsorganisationen, Anm. d. Red.) wie Greenpeace, Haus des Stiftens oder PETA, die auch bei uns vertreten sind.

Stuzubi: Gibt es bestimmte Studiengänge oder Ausbildungen, die Sie Jugendlichen empfehlen können, die später einmal in einem nachhaltigen Beruf arbeiten möchten?

Romek Vogel: Wer eine gewisse Affinität zu Technik hat, sollte das auf jeden Fall nutzen. Studiengänge wie Erneuerbare Energien, Umwelttechnik oder auch Fächer aus der IT bieten gute Perspektiven, hohe Einstiegsgehälter und Arbeitsplatzsicherheit. Außerhalb des technischen Bereichs kann man sich zum Beispiel auf Fundraising spezialisieren, dabei geht es um die Betreuung von Spenden. Fundraising gibt es auch als Ausbildung und Duales Studium, das ist oft besser als ein BWL-Studium mit einer anschließenden Weiterbildung im Fundraising.

Stuzubi: Nachdem Sie das Einstiegsgehalt gerade angesprochen haben – wie viel verdient man denn in nachhaltigen Berufen?

Romek Vogel: Ingenieure fangen im Durchschnitt mit einem Jahresgehalt von 50.000 Euro an. Das steigt dann meistens schnell auf 70.000 Euro. Ein CSR Manager Kommunikation bekommt am Anfang etwa 40.000 Euro. In nachhaltigen Jobs wird genauso viel gezahlt wie in traditionellen Berufen. Oft ist das Gehalt bei den Absolventen aber gar nicht das ausschlaggebende Kriterium, sondern sie wollen in ein cooles Unternehmen. Gefragt sind zum Beispiel Start-ups. Da kann man unter Umständen als Praktikant einsteigen und in sehr kurzer Zeit in eine Leitungsfunktion aufsteigen und viel Verantwortung übernehmen. Auch Faktoren wie Home-Office, Mitarbeiter-Events oder ab man seinen Hund mitbringen kann spielen bei den Bewerbern eine Rolle. Deshalb bilden wir das auf unserem Portal mit ab.

Stuzubi: Unterscheidet sich das Angebot an nachhaltigen Jobs nach Regionen?

Romek Vogel: Grundsätzlich findet man in ganz Deutschland nachhaltige Jobangebote, sowohl in den Metropolen als auch in the middle of nowhere. Aber im Norden wo es flach ist gibt es natürlich mehr Windkraft als im Süden, wo eher Solarenergie betrieben wird. In Frankfurt am Main werden dagegen eher Mitarbeiter in der nachhaltigen Finanzwirtschaft gesucht.

Stuzubi: Angenommen, Sie wären kein Start-up Gründer geworden – für welchen nachhaltigen Beruf hätten Sie sich entschieden?

Romek Vogel (lacht): Ich habe ganz bewusst die Selbstständigkeit gewählt. Hätte ich nicht unser Jobportal gegründet, würde ich vermutlich nachhaltige Produkte für den Food-Bereich oder die E-Mobilität entwickeln. Als Angestellter würde ich mich wahrscheinlich in der E-Mobilität bewerben, da tut sich wirklich was. Auf jeden Fall sind grüne Themen ein spannender Markt, und es wird immer mehr.

Stuzubi: Vielen Dank für das Gespräch.

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