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Online-Bewerbung für Einsteiger

Brauche ich heutzutage noch ein Anschreiben, und wenn ja, was muss drinstehen? Welche Infos gehören in den Lebenslauf, wie soll das Deckblatt aussehen und lohnt sich die Mühe, ein eigenes Motivationsschreiben zu verfassen? Diese Fragen bereiten Jugendlichen, die sich auf eine Ausbildung oder ein Duales Studium bewerben, oft einiges Kopfzerbrechen. Dabei ist der ganze Stress gar nicht nötig, sagt die Personalexpertin Sandra Gehde. In ihrem Buch Bewerbung to go verrät sie, wie man einen Personaler überzeugt, ohne stundenlang an Bewerbungsunterlagen zu basteln. Sich erfolgreich zu bewerben geht nämlich auch in wenigen Minuten per Handy und Social Media. Stuzubi hat Sandra Gehde im Interview:

Früher hat man Bewerbern geraten, sich Zeit zu nehmen, damit das Anschreiben und der Lebenslauf richtig gut werden. Sie geben in Ihrem Buch Tipps, wie man sich in einer Viertelstunde erfolgreich bewirbt. Wie kommt’s?

Viele Leute hassen es einfach, sich ewig hinzusetzen und an ihren Bewerbungsunterlagen zu arbeiten. Oft bewirbt man sich dann auf einige Stellen gar nicht, obwohl sie interessant wären, nur weil einem der Aufwand zu groß ist. Das schadet den Bewerbern, denen berufliche Chancen entgehen, und den Betrieben, die weniger interessante Kandidaten kennenlernen können.

In Ihrem Ratgeber beschreiben sie einige Methoden, mit denen man sich schnell und unkompliziert bewerben kann. Stellen Sie doch ein paar Möglichkeiten vor, die auch Schüler nutzen können, die sich auf eine Ausbildung oder ein Duales Studium bewerben.

Alles, was ich in meinem Buch vorschlage, können auch Jugendliche verwenden, die sich zum ersten Mal bewerben. Oft geht es dabei auch um den Einsatz digitaler Medien, mit denen die Schüler meistens besser umgehen können als der Personaler, der die Bewerbung bekommt. Immer häufiger werden zum Beispiel Bewerbungen über Soziale Netzwerke, auch über Facebook. Wer hier auf ein ordentliches Profil achtet, hat kaum Arbeit, die relevanten Informationen werden automatisch generiert, so dass man sich mit einem Klick per Handy bewerben kann. Auch Online-Bewerbungen über die Webseiten der Unternehmen sind unkompliziert, weil alle Fragen schon vorgegeben sind und man nur die Antworten eintragen muss.

Gibt es Tricks, mit der man seine Chancen bei der digitalen Bewerbung per Eingabemaske oder Social Media verbessern kann?

Ja, zum Beispiel das Arbeiten mit Matchingwords. Die Vorauswahl der Bewerbungen läuft bei diesen Verfahren automatisiert ab. Das heißt, ein Programm filtert passende Kandidaten erstmal raus. Wenn Begriffe, die in der Stellenanzeige vorkommen, auch in der Bewerbung stehen, hält der Computer den Kandidaten für geeignet. Wenn zum Beispiel im Jobangebot steht, dass sich der Betrieb einen kommunikativen Azubi mit Vorkenntnissen im Programmieren wünscht, sollten diese Begriffe genauso in der Eingabemaske oder dem Social Media Profil drinstehen. Man sollte aber einen Satz drum herumbauen, in der zweiten oder dritten Runde liest die Bewerbung nämlich schon ein Personalmitarbeiter und keine Maschine, und der mag es dann meistens nicht so gerne, wenn nur Keywords aneinandergereiht sind.

Auf welche Fallstricke und Fettnäpfchen sollte man bei der Online-Bewerbung über moderne digitale Medien achten?

Auch hier spielt es eine Rolle, dass die Bewerbungen erstmal automatisiert per Computer aussortiert werden. Das bedeutet auch: Wer Tippfehler und Rechtschreibfehler in der Bewerbung hat, fliegt unter Umständen in der ersten Runde raus und der Personaler bekommt die Bewerbung gar nicht erst zu Gesicht. Wobei die Programme unterschiedlich eingestellt sind, was die Fehlertoleranz angeht, manche lassen mehr, manche weniger Rechtschreibfehler zu. Bei der Bewerbung über soziale Netzwerke sollte man natürlich aufpassen, dass die Einstellungen zur Privatsphäre richtig gesetzt sind und der künftige Arbeitgeber keine Peinlichkeiten entdecken kann. Das Profilbild sollte in der Bewerbungsphase auch einigermaßen seriös sein.

Hat das klassische Anschreiben ausgedient?

Noch nicht, aber ich denke, es geht in die Richtung. Einige große Betriebe verlangen von Schülern, die sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, gar kein Anschreiben mehr. Das ist auch gut so. Vieles, was in den Anschreiben steht, ist völlig over the top. Das zu schreiben ist furchtbar, und der Personaler, der es liest, weiß in der Regel auch, dass es eigentlich gar nicht stimmt. Also kann man es sich auch sparen.

Aber was tun, wenn der Ausbildungsbetrieb ein Anschreiben verlangt?

Dann ist es völlig legitim, eine Vorlage zu benutzen und die eigenen Daten einfach einzusetzen. Das geht schnell, macht keinen Stress und ist auf jeden Fall besser, als sich zu verkünsteln und zu verbiegen.

Aber ist es nicht gerade für Schüler vielleicht sogar von Vorteil, sich über das Anschreiben von den Mitbewerbern abheben zu können? Mit einem ausführlichen Lebenslauf können sie ja meistens noch nicht punkten.

Jedem Personaler ist klar, dass ein Jugendlicher, der sich auf eine Ausbildung oder ein Duales Studium bewirbt, noch keinen spektakulären Lebenslauf haben kann, das wird auch nicht erwartet. Wer gerne Zeit und Aufwand in ein individuelles Anschreiben investieren möchte, kann das aber natürlich machen. Nur sollten diejenigen, die sich für das Anschreiben entscheiden, dann schon ein paar formelle Vorgaben einhalten. Freier ist dagegen das Motivationsschreiben, hier kann man auf seine ganz eigene Art darstellen, warum man den Job möchte und weshalb man sich für den geeigneten Kandidaten hält.

Sie arbeiten seit mehr als zehn Jahren im Personalwesen. Was halten Sie persönlich davon, wie sich das Bewerbungsverfahren mit der Digitalisierung entwickelt?

Die meisten Veränderungen sind finde ich wirklich Verbesserungen, sowohl für die Bewerber als auch für die Unternehmen. In manchen Bereichen müssen wir glaube ich aber noch umdenken und offener werden. Es ist zum Beispiel nicht nötig, dass jemand, der sich auf eine Ausbildung als Mechatroniker bewirbt, perfekt in Rechtschreibung ist. Aber da wird sich denke ich auch noch einiges ändern, spätestens dann, wenn die Firmen ihre Ausbildungsplätze gar nicht mehr besetzen können.

Vielen Dank für das Gespräch.

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