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Fachinformatiker-Ausbildung im öffentlichen Dienst

IT-Experten werden überall gebraucht – auch in der Bundespolitik. Wer als Informatiker die Arbeit der Regierung mitgestalten möchte, kann zum Beispiel eine IT-Ausbildung beim Bundeswirtschaftsministerium absolvieren. Jonas Spaller hat bei der Behörde 2017 eine Lehre zum Fachinformatiker für Systemintegration abgeschlossen und ist nun Veranstaltungstechniker im Ministerium. „Ich treffe hier regelmäßig die High Society der Politik“, berichtet er. Kern der Ausbildung sei jedoch die Technik. „Das ist IT pur“, schwärmt der 23-Jährige.

Programmiert hat Jonas schon als Jugendlicher. „Angefangen hat es in der siebten Klasse“, erinnert er sich. Damals habe er an einer Arbeitsgruppe zur Gestaltung der Schul-Homepage teilgenommen: „Da hat es mich gepackt.“

Ausbildung statt Informatikstudium

In Eigenregie habe er sich erste Programmierkenntnisse angeeignet. Seine Begeisterung beruflich zu nutzen sei aber zunächst gar nicht so einfach gewesen. Gegen Ende der Schulzeit habe er gemerkt, dass ihm praktische Arbeit mehr liege als theoretischer Unterricht. Ein Studium sei deshalb nicht in Frage gekommen. „An Ausbildungsplätzen für Informatiker war bei uns in Ostbrandenburg aber nicht viel geboten“, sagt Jonas, der ursprünglich aus der Kleinstadt Beeskow bei Frankfurt an der Oder stammt.

Von der Möglichkeit, sich beim Bundeswirtschaftsministerium zum Fachinformatiker ausbilden zu lassen, habe er über die Arbeitsagentur erfahren. Als verlockend empfunden habe er unter anderem den damit verbundenen Ortswechsel. „Als Dorfkind will man auch mal in der Stadt wohnen“, sagt Jonas und lacht.

Das Hauptstadtleben bekommt er nun hautnah zu spüren. „Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass ich den Bundeswirtschaftsminister Altmaier treffe, und auch die Bundeskanzlerin ist immer wieder mal da“, erzählt er. Jonas sorgt am Mischpult dafür, dass die Technik stimmt, wenn die Polit-Promis vor Publikum sprechen. Zu seinem Arbeitsalltag als Fachinformatiker gehören Preisverleihungen, Bundespressekonferenzen und eine Reihe weiterer Veranstaltungen, die der Normalbürger nur aus den Medien kennt.

Einsatzgebiete für Fachinformatiker

Bevor er die Ausbildung zum Fachinformatiker begonnen habe, sei ihm gar nicht bewusst gewesen, welche Einsatzgebiete es für Informatiker im Ministerium gebe. „Mich hat erst einmal nur die Technik fasziniert“, räumt er ein. Beim Einstellungstest, den er im Rahmen des Bewerbungsverfahrens bestehen musste, sei es aber vor allem auch um kommunikative Fähigkeiten gegangen.

Geprüft worden sei unter anderem Englisch und das Teamverhalten: „Wir mussten zusammen einen Turm bauen, und dabei wurde darauf geachtet, wie wir uns miteinander austauschen.“ Soziale Kompetenzen seien in seinem Beruf auch sehr wichtig. Immer wieder müsse man fachfremden Kollegen die Funktionsweise und Bedienung von Softwareprogrammen erklären: „Da muss man dolmetschen können.“

Azubi im öffentlichen Dienst

Gut im Gedächtnis geblieben ist Jonas sein erster praktischer Einsatz. „Das war überwältigend, als Schüler im Bundesministerium, da hat man schon Ehrfurcht“, gesteht Jonas. Allerdings habe sich die Situation schnell entspannt. Gerade in der IT sei die Arbeitsatmosphäre eher locker: „Man ist per Du, und die Dienstwege sind kurz.“

Die Auszubildenden verbringen im Wechsel eine Woche an der Berufsschule und zwei Wochen im Ministerium. Im Unterricht lernen die angehenden Fachinformatiker unter anderem wie ein Router oder Switch funktioniert, wie Datenbanken aufgebaut sind, wie man mit dem Betriebssystem Linux umgeht und wie man Programme in Java schreibt. Auch ein Englischkurs ist Pflicht. Schulbeginn ist in der Regel um 8 Uhr, Unterrichtsende um 16.45 Uhr.

Sein Lieblingsfach sei Linux gewesen, verrät Jonas. Im Ministerium werde jedoch Microsoft eigesetzt: „Das wird einem dann im praktischen Teil der Ausbildung beigebracht.“ In der Behörde durchlaufen die Auszubildenden verschiedene Abteilungen. Eine typische Tätigkeit sei zum Beispiel das Einspielen von Updates: „Aber man baut auch mal ein Gerät im Rechenzentrum ein oder löst ein Problem und schreibt dafür eine Software.“ Kreativität sei erwünscht und werde gefördert. Einmal habe er auch für einige Wochen in der IT-Hotline mitgearbeitet, die von einer externen Firma betreut wird und die Mitarbeiter des Ministeriums bei technischen Schwierigkeiten anrufen können.

Nach der Ausbildung studieren?

In den Praxisphasen gebe es auch die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren. Zusammen mit anderen Auszubildenden habe er zum Beispiel eine eigene Domäne für Azubis aufgesetzt: „Dadurch haben wir über das Zusammenspiel der Geräte enorm viel gelernt.“ Mit sensiblen Daten der Bundesregierung kommen die Auszubildenden allerdings noch nicht in Berührung: „Das wird alles anonymisiert.“ Erst als Mitarbeiter des Ministeriums sei er mit Inhalten konfrontiert worden, die der Geheimhaltungsverpflichtung unterliegen. Der Datenschutz und die IT-Sicherheit spiele aber bereits in der Ausbildung eine große Rolle.

Die Tragweite seiner Aufgabe sei ihm mit der Zeit immer deutlicher bewusst geworden, sagt Jonas. Im Lauf der Ausbildung sei sein Interesse an Politik zunehmend gestiegen. Als er sich beim Bundeswirtschaftsministerium beworben habe, sei es ihm zunächst nur um die IT gegangen, räumt er ein: „Aber jetzt überlege ich mir zum Beispiel ganz genau, wen ich wähle.“

Auch, was ein Studium betrifft, hat Jonas seine Haltung nun noch einmal überdacht. Inzwischen plant er, berufsbegleitend einen Bachelor in Veranstaltungstechnik zu absolvieren. Vom Ministerium werde das Vorhaben gefördert. „Die Mitarbeiter hier sollen studieren können. Und das will ich jetzt auch machen“, sagt Jonas.

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