Berufsorientierungs- und Ausbildungsmessen bieten im Azubi-Recruiting die optimalen Voraussetzungen, um für Ausbildungsstellen und duale Studienplätze einen geeigneten Bewerberpool aufzubauen. Eine zentrale Rolle beim Netzwerken mit potenziellen Azubis spielen technische Tools, Elternkontakte sowie Wissen über das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen und ihre bevorzugten Plattformen und Kanäle. Mehr dazu in unserem Beitrag.
Kontakte knüpfen auf der Messe
Zu den größten Herausforderungen im Azubi-Recruiting gehört es, die Zielgruppe überhaupt zu erreichen. Denn Jugendliche leben in ihrer eigenen Welt und nutzen andere Kommunikationskanäle. Klassische Werbeformate laufen oft ins Leere. Berufsorientierungsmessen sind deshalb eines der besten Formate, um potenzielle Bewerber*innen für die eigenen Studien- und Ausbildungsangebote zu gewinnen.
Für eine erfolgreiche Kontaktanbahnung ist es wichtig, am Messestand auf die Jugendlichen zuzugehen und sie direkt anzusprechen. Denn gerade in dieser Altersgruppe ist das Selbstbewusstsein häufig noch nicht ausgeprägt genug, um mit dem Standpersonal aktiv ins Gespräch zu gehen. Fragen Sie die Schüler*innen gezielt nach ihren beruflichen Vorstellungen und Interessen. Dadurch signalisieren Sie Anteilnahme, bauen Vertrauen auf und schaffen die Basis für einen Kontakt, der über die Dauer des Messebesuchs hinausreicht.
Besonders gut lassen sich auf Studien- und Ausbildungsmessen Kontakte knüpfen, wenn auch Auszubildende und Studierende den Messestand mitbetreuen. Denn dadurch entsteht Austausch auf Augenhöhe. Übertragen Sie diese Aufgabe am besten extrovertierten Nachwuchskräften und bereiten Sie die Gesprächsführung auf der Messe durch eine kurze Schulung im Vorfeld vor.
Extra-Tipp: Empfehlen Sie Ihrem Standpersonal, das Handy für die Dauer der Standbetreuung möglichst in der Tasche zu lassen.
Nach der Messe in Kontakt bleiben
Ausschlaggebend für ein erfolgreiches Azubi-Recruiting mithilfe von Messen ist, ob es gelingt, auch nach der Messeveranstaltung mit den Messebesucher*innen in Kontakt zu bleiben. Denn die Bewerbung auf die jeweilige Ausbildung oder das Studium findet jeweils im Nachgang zur Messe statt.
Hinzu kommt, dass sich Schüler*innen teilweise schon frühzeitig über ihre Möglichkeiten nach dem Abitur oder Mittleren Abschluss informieren. Die konkrete Bewerbung steht dann erst im nächsten oder übernächsten Jahr an. Gerade Jugendliche, die sich intensiv und lange im Vorfeld mit ihrer Berufs- und Studienwahl auseinandersetzen, sind häufig sehr engagiert, motiviert, und wissen genau, was sie wollen. Das macht sie als Kandidat*innen für einen Studien- oder Ausbildungsplatz besonders interessant. Deshalb lohnt es sich, unter Umständen auch über einen längeren Zeitraum in Kontakt zu bleiben. Mit welchen Instrumenten und Maßnahmen das gelingt, zeigen die folgenden Abschnitte.
Digitale Tools nutzen: die Kontaktdaten-Teilen-Funktion
Digitale Tools sind bei den Digital Natives beliebt. Sie einzusetzen, erhöht die Bereitschaft der Jugendlichen, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Die Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi knüpft genau daran an und bietet dazu seit 2026 ein neues Feature: Die Kontaktdaten-Teilen-Funktion. Mit der Kontaktdaten-Teilen-Funktion wird der Austausch zwischen Schüler*innen und Ausbildungsbetrieben deutlich vereinfacht. Über einen QR-Code auf dem Handy können die Jugendlichen ausgewählten Ausbildungsbetrieben ihre Kontaktdaten hinterlassen – sicher und datenschutzkonform. Interessierte Schüler*innen zeigen am Stand ihren persönlichen QR-Code auf dem Ticket, der vom Unternehmen direkt gescannt wird.
Das Tool wurde im Herbst 2025 an einzelnen Standorten erfolgreich getestet und Anfang 2026 bundesweit eingeführt. Für Unternehmen bedeutet das: mehr qualifizierte Kontakte mit weniger Aufwand. Für Schüler*innen: unkompliziert ins Gespräch kommen und Chancen direkt nutzen.
Netzwerken über Elternkontakte auf der Messe

Eine wichtige Rolle spielen bei der Berufswahl auch die Eltern. Umfragen zufolge suchen Jugendliche in Fragen der Berufsorientierung zunächst Rat bei ihren Müttern und Vätern. Eltern sind deshalb auch für Ausbildungsbetriebe wertvolle Multiplikatoren.
Die Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi besuchen viele Schüler*innen gemeinsam mit ihren Eltern. Die Erziehungsberechtigten in die Gespräche am Messestand mit einzubinden, ist deshalb hilfreich und sinnvoll. Auch Infomaterial in Papierform wie Flyer und Broschüren ist bei Eltern gut aufgehoben. Sie verwahren diese Informationen häufig sorgfältiger als die Jugendlichen selbst, die mehr in der digitalen Welt zuhause sind. Außerdem behalten Eltern die aus ihrer Sicht interessanten Ausbildungsbetriebe oft längerfristig im Gedächtnis und erinnern ihre Kinder an den Kontakt, wenn die Ausbildungssuche aktuell wird.
Im Zentrum des persönlichen Austauschs am Messestand sollten allerdings immer die Jugendlichen stehen. Übernehmen Väter oder Mütter hier zu sehr die Initiative, sollten die Standbetreuer*innen entsprechend gegensteuern und den oder die Schüler*in gezielt nach seinen oder ihren eigenen Wünschen und Plänen fragen.
Netzwerken über LinkedIn & Co. auch beim Azubi-Recruiting?
Viele Personalverantwortliche nutzen zur Mitarbeitergewinnung auch Business-Netzwerke wie LinkedIn und Xing. Aber spielen diese Plattformen auch beim Azubi-Recruiting eine Rolle? Schüler*innen sind in diesen Netzwerken eher selten vertreten. Vereinzelt gibt es jedoch durchaus Jugendliche, die schon ein Xing- oder LinkedIn-Profil haben. Fragen Sie die Jugendlichen am Messestand, ob sie auf Karrierenetzwerken präsent sind, und nutzen Sie die Möglichkeit, sich über die Plattform zu vernetzen. Eine Option kann bei interessanten Kandidat*innen auch sein, die Erstellung eines Accounts anzuregen.
Die Vernetzung über berufliche Social-Media-Plattformen nach einem Messeauftritt auf einer Berufsorientierungsmesse ist einer der besten Wege, um langfristig mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Sie eröffnen sich dadurch die Möglichkeit, potenzielle Bewerber*innen laufend über aktuelle Stellenausschreibungen zu informieren und können häufig auch mitverfolgen, wie sich die Kandidat*innen weiterentwickeln und welche neuen Kompetenzen sie erwerben.
Mailings, YouTube, TikTok, Whatsapp? Die richtigen Kanäle fürs Azubi-Recruiting
Da die meisten Schüler*innen noch nicht über ein Xing- oder LinkedIn-Profil verfügen, stellt sich die Frage nach Alternativen. Beim Austausch von Kontaktdaten erhalten Sie in der Regel die E-Mail-Adresse der Jugendlichen. Anders als in der Arbeitswelt, in der E-Mails laufend gesichtet werden, spielt die Kommunikation per Mail bei der Gen Z und Gen Alpha allerdings eine untergeordnete Rolle. Jugendliche rufen ihre E-Mails oft über lange Zeiträume nicht ab oder überprüfen ihren Posteingang nur, wenn sie eine bestimmte E-Mail erwarten.
Das erschwert die Kommunikation bei Mailings. Aktuelle Informationen wie Stellenausschreibungen mit Bewerbungsfristen werden häufig nicht rechtzeitig gesehen. Dennoch können Mailings oder Newsletter sinnvoll sein. Jedoch sollten hier eher generische Inhalte mit allgemeiner Gültigkeit platziert werden.
Auf den Videoplattformen YouTube und TikTok verbringen viele Jugendliche hingegen einen großen Teil ihrer Freizeit. Stuzubi betreibt deshalb auf YouTube und TikTok eigene Kanäle, die Schüler*innen mit Infos zur Studien- und Berufswahl und teilweise auch mit Inhalten der Messeaussteller versorgen. Gut erreichbar sind die Gen Z und Gen Alpha auch über Whatsapp-Gruppen. Diese werden aktuell zwar vorwiegend zur Kommunikation mit Gleichaltrigen genutzt. Grundsätzlich steht dieses Instrument aber auch Personalverantwortlichen fürs Azubi-Recruiting offen.
Extra-Tipp: Auf der Plattform Facebook sind Jugendliche kaum vertreten. Lohnen kann sich eine Ansprache über Facebook jedoch, um die Eltern potenzieller Auszubildender zu erreichen.
Jugendliche kommunizieren anders: No-Gos beim Azubi-Recruiting
Jugendliche nutzen andere Kommunikationswege als ältere Bewerber*innen. Sie sind digitaler und insgesamt technikaffiner – brechen aber auch mit Verhaltensweisen, die für Personalverantwortliche mittleren Alters gängig sind. Dazu gehört nicht nur, dass E-Mails seltener abgerufen und teilweise gar nicht wahrgenommen werden. Radikal verändert hat sich auch der Umgang mit Telefongesprächen. Unangekündigte Anrufe sind in der Gen Z und Gen Alpha der Familie und dem engsten Freundeskreis vorbehalten und werden schnell als Eindringen in die Privatsphäre empfunden. Auch im Azubi-Recruiting sollten Sie deshalb zwei Dinge vermeiden:
- Spontane Anrufe
- Unangekündigte E-Mails mit Fristen oder Terminen

Mit positiven Reaktionen können Sie rechnen, wenn Sie den Jugendlichen Text- oder Sprachnachrichten hinterlassen oder sie über soziale Netzwerke ansprechen. Unser Tipp: Vereinbaren Sie Telefongespräche auf diesem Weg im Vorfeld und kündigen Sie E-Mails entsprechend an.
Zentral ist und bleibt in der Kommunikation mit potenziellen Bewerber*innen für Studienplätze und Ausbildungsstellen vor diesem Hintergrund der persönliche Kontakt mit Face-to-Face-Gesprächen. Berufsorientierungsmessen sind deshalb im Azubi-Recruiting nicht mehr wegzudenken. Das persönliche Kennenlernen am Messestand bildet die beste Basis für eine spätere Bewerbung auf einen Studien- oder Ausbildungsplatz.
Recruiting von Auszubildenden auf der Berufsorientierungsmesse Stuzubi
Die Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi bringt Sie in Kontakt mit hochmotivierten und qualifizierten Bewerber*innen für Ihre Ausbildungen und Studienangebote. Sie profitieren von mehr als drei Jahrzehnten Erfahrung im Azubi-Marketing an 15 Standorten in Deutschland. Mehr unter Stuzubi – Ihr Recruiting-Partner




