Das Deutschlandstipendium

Veranstaltung zum Deutschlandstipendium an der Technischen Universität München (TUM) © Astrid Eckert / TUM

Fürs Studium ein Stipendium zu bekommen, ist oft gar nicht so schwierig. Das größte Stipendium in Deutschland ist das Deutschlandstipendium. Die Stipendiat*innen erhalten eine monatliche Förderung von mehreren Hundert Euro. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung fürs Deutschlandstipendium sind gute Noten und gesellschaftliches Engagement. Mehr dazu in unserem Beitrag.

Studienfinanzierung mit einem Stipendium

    Was ist das Deutschlandstipendium?

    Das Deutschlandstipendium ist ein Stipendienprogramm für Studierende an Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 rund 33.500 Studierende ein Deutschlandstipendium bekommen – das sind etwa 1,2 Prozent aller Studierenden. Damit ist das Deutschlandstipendium das Stipendienprogramm, das in Deutschland am häufigsten vergeben wird.

    Die Stipendiat*innen bekommen eine monatliche finanzielle Unterstützung. Das Geld kommt zur Hälfte aus öffentlichen Mitteln des Bundes, die andere Hälfte übernehmen private Förderer: zum Beispiel Unternehmen, Vereine oder Genossenschaften. Wer die privaten Geldgeber sind, unterscheidet sich je nach Uni oder Hochschule. Oft bieten die privaten Förderer ihren Stipendiat*innen zusätzliche Unterstützung in Form von Seminaren, Mentoringprogrammen und Praktika an. Die Vergabe der Stipendien läuft über die jeweilige Universität oder Hochschule, die auch im Wesentlichen darüber entscheidet, welche Studierenden die Förderung bekommen.

    Wie hoch ist die Förderung?

    Mit einem Deutschlandstipendium bekommst du 300 Euro im Monat, von denen 150 Euro der Bund zahlt, die restlichen 150 Euro stammen aus privaten Mitteln von Unternehmen oder Organisationen. Wie viel Geld du insgesamt erhältst, hängt davon ab, wie lange du Stipendiat*in bist.

    Hast du es in den erlesenen Kreis der Stipendiat*innen geschafft, gilt die Förderung für ein Jahr. Danach musst du die Fortsetzung deines Stipendiums jedes Jahr neu beantragen und nachweisen, dass du weiterhin die zentralen Kriterien des Deutschlandstipendiums erfüllst: gute Leistungen. Weitere Bedingung für die Verlängerung des Stipendiums ist, dass genügend private Fördergelder vorhanden sind. Ist beides der Fall, kannst du das Deutschlandstipendium bis zum Ende deines Studiums beziehen – wenn du innerhalb der Regelstudienzeit fertig wirst.

    Wer kann sich für ein Deutschlandstipendium bewerben?

    Für ein Deutschlandstipendium bewerben kannst du dich, wenn du an einer Universität oder Hochschule eingeschrieben bist, die dieses Stipendium anbietet. Ausgeschlossen sind jedoch Studierende, die schon ein anderes leistungsabhängiges Stipendium bekommen oder promovieren.

    Vergeben können das Deutschlandstipendium nahezu alle staatlichen Unis und Hochschulen, aber auch staatlich anerkannte Privathochschulen. Ausgenommen sind nur Hochschulen des Bundes und spezielle Verwaltungshochschulen für Beamte und Beamtinnen. Ein Verzeichnis mit nahezu allen Universitäten und Hochschulen, an denen es das Deutschlandstipendium gibt, findest du unter diesem Link des Bundesforschungsministeriums.

    Welche Nationalität du hast, wie lange du schon studierst oder wie hoch das Vermögen und Einkommen von deinen Eltern oder dir selbst ist – das alles spielt bei deiner Bewerbung fürs Stipendium keine Rolle.
    Um dich mit Erfolg zu bewerben und das Stipendium dann tatsächlich auch zu bekommen, zählen drei Faktoren:

    • Gute Noten
    • Gesellschaftliches Engagement
    • Herausfordernde Lebenssituationen

    Objektive Kriterien gibt es dabei aber nicht. Ein Einser-Abi und Bestnoten im Studium erhöhen deine Chancen, sind aber keine Garantie dafür, als Stipendiat*in ausgewählt zu werden. Ähnliches gilt für ehrenamtliche Tätigkeiten an deiner Schule, in Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen oder für erschwerte Bedingungen wie zum Beispiel eine Flüchtlingsbiografie oder ein Studium mit Kind. All das kann deine Aussichten verbessern. Wer das Stipendium bekommt, entscheidet aber letztlich deine Hochschule, die alle Bewerbungen vergleicht und ihre Stipendiat*innen auf dieser Basis auswählt. Sie richtet sich dabei nach dem Stipendienprogramm-Gesetz und berücksichtigt unter Umständen auch Richtlinien der privaten Geldgeber.

    Wie bewerbe ich mich für ein Deutschlandstipendium?

    Du bewirbst dich direkt bei deiner Hochschule oder Universität. Wie das Bewerbungsverfahren abläuft, unterscheidet sich je nach Uni oder Hochschule. Auch die Bewerbungsfristen variieren. Informiere dich deshalb am besten so früh wie möglich auf den entsprechenden Webseiten deiner Universität oder Hochschule.

    Eingereicht wird die Bewerbung fürs Deutschlandstipendium in der Regel online über ein Bewerbungsformular auf der Hochschulwebseite. Verlangt werden meistens Angaben über:

    • Motivation (Motivationsschreiben, in dem du erklärst, was dich für das Stipendium qualifiziert)
    • Abiturnoten und / oder Leistungen im Studium
    • Ehrenamtliche Tätigkeiten
    • Erschwerende Lebenssituationen
    • Praktika und Jobs
    • Meistens optional: Empfehlungsschreiben, z. B. von Dozent*innen oder Lehrkräften

    Ob du deine Angaben schon bei der Bewerbung mit Nachweisen, Zeugnissen und anderen Unterlagen belegen musst, ist unterschiedlich. Spätestens wenn du für das Stipendium ausgewählt wurdest, wird aber genau geprüft, ob deine Angaben der Wahrheit entsprechen – Schummeln ist also zwecklos. Manche Universitäten und Hochschulen laden die Bewerber*innen nach der schriftlichen Bewerbung außerdem zu persönlichen Gesprächen ein. Unter Umständen kommst du dabei auch in Kontakt mit den privaten Geldgebern, die dein Stipendium finanziell unterstützen.

    Mehr zum Thema:

    Deutschlandstipendium und BAföG – geht das?

    Das Deutschlandstipendium ist einkommens- und vermögensunabhängig. Aber ist es auch mit BAföG kombinierbar? Ja – im Gegensatz zu vielen anderen Stipendien, die einen BAföG-Bezug ausschließen, kannst du das Deutschlandstipendium in voller Höhe zusätzlich zum BAföG bekommen, ohne dass das Stipendium aufs BAföG angerechnet wird.

    Allerdings bedeutet das nicht, dass für dich als BAföG-Bezieher*in nur das Deutschlandstipendium infrage kommt. Bei Stipendien, die nicht mit BAföG kombinierbar sind, kannst du häufig eine Ersatzleistung in Höhe deines BAföG-Anspruchs von der Stiftung deines Stipendiums bekommen.

    Mehr zum Thema:

    Das Deutschlandstipendium 1

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