Nicht nur Studierende können sich für ein Stipendium bewerben. Seit 2024 gibt es auch Stipendien für Auszubildende: Begabtenförderungswerke und Stiftungen aus der Wirtschaft, von politischen Parteien und den Kirchen unterstützen engagierte und leistungsstarke Auszubildende mit einem monatlichen finanziellen Zuschuss und Bildungsangeboten. Wie du dich für ein Azubi-Stipendium bewirbst, wie viel Geld du als Stipendiat*in bekommst und welche Vorteile dir ein Stipendium außerdem noch bringt, erfährst du in unserem Beitrag.
Was ist ein Stipendium?
Ein Stipendium ist eine Unterstützung, die du in Lebensphasen bekommen kannst, in denen du dich bildest. Bekannt sind vor allem Stipendien fürs Studium. Aber auch für Schülerinnen, Wissenschaftlerinnen und Künstler*innen gibt es Stipendien – und seit einigen Jahren auch für Auszubildende.
Teil der Unterstützung ist auch Geld. Damit du dich auf deine Bildung und Entwicklung konzentrieren kannst und nebenher nicht oder zumindest nicht zu viel arbeiten musst, bekommst du – meistens monatlich – einen bestimmten Betrag überwiesen. Anders als beim BAföG ist das Geld geschenkt und du musst nichts zurückzahlen. Wie viel Geld du bekommst, hängt größtenteils davon ab, um welches Bildungsvorhaben es geht.
Stipendien für Auszubildende bieten Geld, Kontakte und vieles mehr
Der greifbarste Vorteil eines Stipendiums ist Geld. Stipendien für Auszubildende beinhalten eine finanzielle Förderung von monatlich 300 Euro, die du zusätzlich zum Ausbildungsgehalt auf dein Konto überwiesen bekommst.
Doch ein Azubi-Stipendium eröffnet dir noch weitere Möglichkeiten, die dir später bei deiner beruflichen Karriere helfen können, wie zum Beispiel:
- Seminare
- Mentoring-Programme
- Unterstützung bei Auslandsaufenthalten
Nützlich ist vor allem auch die Teilnahme an den Seminaren und Mentoring-Programmen. Du erwirbst dort nicht nur Kompetenzen für deinen Beruf, sondern kannst auch wertvolle Kontakte knüpfen.
Voraussetzungen für ein Stipendium in der Berufsausbildung
Die wichtigste Voraussetzung für ein Azubi-Stipendium ist natürlich, dass du eine Berufsausbildung machst. Das muss nicht zwingend eine klassische duale Ausbildung mit praktischer Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb und dem Besuch der Berufsschule sein. Auch für schulische Berufsausbildungen kannst du ein Ausbildungsstipendium bekommen.
Wie beim Stipendium fürs Studium sind auch bei Stipendien für Auszubildende gute Noten ein Faktor, der zählt. Pluspunkte bringt dir außerdem gesellschaftliches Engagement. Das können zum Beispiel ehrenamtliche Aufgaben in einem Sportverein, bei der Feuerwehr oder in einer kirchlichen Jugendgruppe sein – oder du setzt dich in deiner Schule für andere ein, etwa in der SMV, als Streitschlichter*in oder bei anderen sozialen Aktivitäten.
Extra-Tipp: Mit Schüler BAföG sind Stipendien für Auszubildende nicht kombinierbar. Du kannst aber, wenn du die Voraussetzungen für Schüler BAföG erfüllst, von der Stiftung deines Stipendiums eine zusätzliche Förderung in Höhe deines BAföG-Anspruchs bekommen.
Welche Stipendien für Auszubildende gibt es?
Seit 2024 werden Stipendien für Auszubildende in einem Pilotprojekt von verschiedenen Stiftungen vergeben. Die Stiftungen stammen von Wirtschafts- und Arbeitnehmerorganisationen, Parteien und der Kirche.
- Stipendium für Talente in der Ausbildung (TidA) für Auszubildende aus Berlin und Düsseldorf, vergeben von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft
- Stipendium für Talente in der beruflichen Bildung (Tibb), vergeben von der Hans-Böckler-Stiftung des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund)
- Ausbildungsstipendien der politischen Parteien
- Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU)
- Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD)
- Hanns-Seidel-Stiftung (CSU)
- Rosa-Luxemburg-Stiftung (die Linke)
- Ausbildungsstipendien der Kirchen
Extra-Tipp: Bei bestimmten Stipendien musst du der Organisation, die hinter der jeweiligen Stiftung steht, angehören – aber nicht bei allen. Ein Stipendium des Cusanuswerks bekommst du beispielsweise nur, wenn du katholisch bist. Um dich erfolgreich für ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung zu bewerben, musst du aber nicht in die SPD eintreten.
Wie du ein Stipendium für die Ausbildung bekommst
Für Stipendien für die Ausbildung musst du dich bewerben. Dazu recherchierst du am besten erst einmal, welches Stipendium am besten zu dir passt. Du engagierst dich in der Kirche? Dann hast du gute Chancen auf ein Stipendium der kirchlichen Stiftungen. Du interessierst dich für Politik oder bist Mitglied in einer politischen Partei? Dann versuche es über politische Stiftungen.
Bewerben kannst du dich für ein Azubi-Stipendium, wenn du deine Berufsausbildung zum Start des kommenden Ausbildungsjahres beginnst oder im ersten Ausbildungsjahr bist. Du bewirbst dich online über das Portal der jeweiligen Stiftung. Einreichen musst du dazu in der Regel
- dein letztes Zeugnis
- einen tabellarischen Lebenslauf
- ein Motivationsschreiben, in dem du erklärst, warum du dich für deine Ausbildung entschieden hast und was deine beruflichen Ziele sind
- deinen Ausbildungsvertrag (kann unter Umständen nachgereicht werden)
Hat deine schriftliche Bewerbung die Auswahlkommission überzeugt, wirst du zu einem persönlichen Gespräch oder Assessment Center eingeladen. Wenn auch das gut läuft, absolvierst du deine Ausbildung als Stipendiat*in – mit allen dazugehörigen Vorteilen und Privilegien.

Aktuelle Ausbildungsangebote auf der Berufsorientierungsmesse Stuzubi
Bevor du dich für Stipendien für Auszubildende bewirbst, brauchst du erst einmal einen Ausbildungsplatz. Den findest du auf der Berufsorientierungsmesse Stuzubi, die jeweils ein bis zweimal im Jahr in 15 deutschen Städten und zweimal jährlich online stattfindet. Termine & Gratis-Tickets



