Studiengänge mit den meisten Studienabbrecher*innen

Studiengänge mit den meisten Studienabbrecher*innen: Ein Mädchen steht zweifelnd vor einer Tafel

Rund ein Viertel bis ein Drittel aller Studierenden brechen ihr Studium vor dem Abschluss ab. Dabei hängt das Risiko eines Studienabbruchs von vielen Faktoren ab – unter anderem auch vom Studiengang. Doch in welchen Fächern gibt es die meisten Studienabbrecher*innen? Und wie lässt sich ein Studienabbruch vermeiden

Studienabbruchquoten nach Fachbereichen und Maßnahmen um vorzubeugen

    Studienabbruch in MINT-Fächern am häufigsten

    Hochschulabsolventen und -absolventinnen aus dem MINT-Bereich haben nach wie vor beste Berufsperspektiven: Mit einem Abschluss in MINT-Fächern erwartet dich ein breites Spektrum an Jobangeboten mit guten Gehaltsperspektiven. Die Kehrseite der Medaille: Gerade in den MINT-Studiengängen schaffen viele Studierende ihren Abschluss nicht.

    Zu den MINT-Fächern zählen Mathematik, Informatik sowie naturwissenschaftliche Studiengänge wie beispielsweise Chemie, Physik oder Biologie und technische Fächer, etwa aus den Ingenieurwissenschaften. Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Seit Jahren sind die Abbrecherquoten in Mathematik und Naturwissenschaften am höchsten. Rund 20 Prozent der Studienanfänger*innen, die in den Jahren 2018 bis 2020 in diesen Fachrichtungen ein Studium begonnen haben, mussten die Universität oder Hochschule schon innerhalb der ersten drei Semester verlassen wegen einer endgültig nicht bestandenen Prüfung verlassen oder wurden in den darauffolgenden drei Semestern wegen nicht erfolgter Rückmeldung oder aus anderen Gründen exmatrikuliert.

    Wie viele Studierende dieser Jahrgänge ihren Abschluss endgültig nicht geschafft haben, geht aus der aktuellen Erhebung nicht hervor, da für die Folgejahre noch keine Daten gesammelt wurden. Aufschluss gibt darüber aber eine ältere Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DHZW) aus dem Jahr 2022. Demnach liegen die Studienabbruchsquoten in Mathematik und Naturwissenschaften für Studienanfänger*innen aus den Jahren 2016 und 2017 an Universitäten bei 50 Prozent. An Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften verließen 39 Prozent der Studierenden mathematisch-naturwissenschaftlicher Studiengänge die Hochschule ohne Abschluss.

    Ähnlich sieht die Lage in den Ingenieurwissenschaften inklusive Informatik aus. Auch Ingenieurinnen und IT-ler*innen werden weiterhin dringend gebraucht. Doch ein großer Teil der Studienanfänger*innen beenden ihr Studium nicht. Von den Erstis, die zwischen 2018 und 2020 zu studieren begonnen haben, brachen dem Statistischen Bundesamt zufolge rund 15 Prozent ihr ingenieurwissenschaftliches Studium in den ersten sechs Semestern ab. Nach den Zahlen der DHZW-Studie von 2022 ist die Abbrecherquote insgesamt mit rund 30 bis 34 Prozent an Hochschulen und 35 bis 39 Prozent an Universitäten sogar mehr als doppelt so hoch.

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    Viele Studienabbrecher*innen in den Geisteswissenschaften

    Geisteswissenschaftler*innen haben im Gegensatz zu Hochschulabsolvent*innen aus dem MINT-Bereich eher unsichere Jobaussichten, aber ähnlich hohe Abbrecherquoten. Unter den Geisteswissenschaftler*innen sind Germanist*innen, Anglist*innen und andere Sprachwissenschaftler*innen, Historiker*innen, Theolog*innen, Philosoph*innen und Medienwissenschaftler*innen zu finden – und leider auch viele Studienabbrecher*innen.

    Laut dem Studienverlaufsbericht des Statistischen Bundesamtes brachen rund 16 bis 18 Prozent der Studienanfänger*innen der Jahre 2018 bis 2020 ihr geisteswissenschaftliches Studium in den ersten drei beziehungsweise ersten sechs Semestern ab. Insgesamt beenden dem DHZW zufolge allerdings fast die Hälfte der Geisteswissenschaftler*innen ihr Studium nicht: Mit einer Studienabbruchsquote von 49 Prozent gibt es an den Universitäten im Bachelor in den Geisteswissenschaften fast so viele Studienabbrecher*innen wie in Mathematik – dem Studiengang, der in Sachen Abbruchsquoten Platz 1 belegt.

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    Berufsorientierung schützt vor Studienabbruch

    Doch was bedeuten die hohen Studienabbrecherquoten in bestimmten Studiengängen? Ist es sicherer, von diesen Studienfächern eher Abstand zu nehmen? Auf keinen Fall! Denn gerade im MINT-Bereich werden Fachkräfte aus der Mathematik und den Natur- und Ingenieurwissenschaften dringend gesucht, etwa zur Umsetzung der Energiewende oder um die Digitalisierung voranzubringen. Und auch Geisteswissenschaftler*innen erfüllen in ihren Jobs wichtige Aufgaben, sei es in Kunst und Kultur, in der Bildung, in den Medien und vielen gesellschaftlich relevanten Nischenbereichen, die spezielles Wissen erfordern.

    Deshalb: Wenn du dich für Naturwissenschaften, Mathe, Technik oder Kultur, Sprache und Gesellschaft interessierst, lass dich nicht durch hohe Studienabbrecherzahlen abschrecken. Um nicht später selbst einmal zu den Studienabbrecher*innen zu gehören, ist es aber hilfreich, wenn du dich im Vorfeld genau über das Studium, das dich interessiert, informierst. Denn Mathematik an der Uni hat mit den Mathestunden, die du aus der Schule kennst, nicht viel zu tun. Auch ein Geschichtsstudium ist nicht vergleichbar mit dem Geschichtsunterricht für Schüler*innen. Bei Studiengängen mit hohen Abbruchquoten ist daher eine gute Berufsorientierung besonders wichtig:

    • Nimm dir Zeit für eine intensive Berufsorientierung
    • Vereinbare einen Termin mit der Studienberatung
    • Besuche eine Berufsorientierungsmesse
    • Besuche Vorlesungen des Studiengangs an der Uni – das geht in der Regel spontan ohne Anmeldung
    • Vereinbare einen Termin mit der Fachschaft deines Wunschstudiengangs und lass dir genau erklären, was im Studium auf dich zukommt

    Wenn du dich im Vorfeld gründlich informiert hast und dir sicher bist, dass dein angestrebter Studiengang wirklich zu dir passt, dann schreibe dich ein. Auch in Fächern mit vielen Studienabbrecher*innen schaffen in der Regel mindestens die Hälfte bis zwei Drittel der Studierenden ihren Abschluss. Bringst du genügend Talent und Interesse mit, wird dir das ebenfalls gelingen. Und solltest du doch feststellen, dass du dich in deiner Studienwahl getäuscht hast – ein Studienabbruch ist kein Weltuntergang. Für Studienabbrecher*innen gibt es interessante berufliche Alternativen, und die meisten von ihnen finden auch ohne Hochschulabschluss einen guten Job.

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