Freiwilligenarbeit im Ausland

Freiwilligenarbeit im Ausland © Adobe Stock

Auslandsjahr oder Freiwilligendienst nach dem Abitur – du kannst dich nicht entscheiden? Bei Freiwilligenarbeit im Ausland kannst du beides miteinander verbinden. Welche Programme es dafür gibt, welche Länder sich anbieten, wie es mit den Kosten aussieht und ob du bei deinem gemeinnützigen Engagement sogar etwas verdienen kannst, erfährst du in unserem Beitrag – inklusive Tipps zu aktuellen Stellenausschreibungen.

Internationale Freiwilligendienste

    Organisationen für Freiwilligenarbeit im Ausland

    Wenn du für einen Freiwilligendienst ins Ausland gehen möchtest, funktioniert das am einfachsten über eine Organisation. Verschiedene Organisationen bieten dazu unterschiedliche Programme an.

    Die gängigsten Programme sind:

    Die Vermittlung und Betreuung der Programme übernehmen die sogenannten Entsendeorganisationen, die mit den jeweiligen Einsatzstellen vor Ort in Kontakt stehen. Entsendeorganisationen können regionale Kirchengemeinden, Vereine, Verbände oder andere offiziell anerkannte gemeinnützige Organisationen jeder Art sein. Deine Entsendeorganisation hilft dir zum Beispiel bei der Planung deines Aufenthalts, bereitet dich durch Seminare auf deinen Einsatz vor und stellt dir Ansprechpartner vor Ort zur Seite, an die du dich bei Problemen wenden kannst.

    Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem auch die jeweiligen Programme, die wir dir im Folgenden kurz vorstellen.

    Internationaler Jugend-Freiwilligendienst (IJFD)

    Den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) kannst du im sozialen, ökologischen und politischen Bereich absolvieren. Du kannst zum Beispiel in einem Freizeitheim für Kinder und Jugendliche mitarbeiten oder in einem Altenheim. Du kannst dich an Umweltprojekten beteiligen oder dich in politischen Organisationen von Friedensaktivisten einbringen. Zum IJFD gehören außerdem verschiedene Seminare, die insgesamt verteilt auf den gesamten Dienst einen Zeitraum von 25 Tagen umfassen.

    Teilnehmen können am Internationalen Jugendfreiwilligendienst Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 26 Jahren. Dauer: sechs bis 18 Monate.

    Weltwärts

    Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst Weltwärts bietet dir die Möglichkeit, Länder des globalen Südens kennenzulernen. Bewerben kannst du dich für das Programm, wenn du während des Dienstes zwischen 18 und 28 Jahre alt bist und entweder mindestens Fachabitur oder einen anderen Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringst. Dein Projekt bei Weltwärts dauert mindestens sechs Monate, das Maximum sind zwei Jahre. Am häufigsten sind einjährige Programme.

    Deine Einsatzstellen sind Organisationen aus der Entwicklungshilfe. Dabei können die Initiativen, in denen du mitarbeitest, sehr vielfältig sein. Angeboten werden Projekte aus den Bereichen Bildung, Kinder- und Jugendförderung, Menschenrechte, Kultur und Sport, Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt. Vielleicht unterstützt du das Team eines afrikanischen Frauenhauses oder bist in einer Schule für Straßenkinder in Südamerika, bringst dich in einer asiatischen Organisation für Menschenrechte ein oder arbeitest auf einer Öko-Farm auf einer Insel im pazifischen Ozean. Der Freiwilligendienst beinhaltet Seminare zur Vorbereitung von insgesamt mindestens zwölf Tagen und ein Seminar nach der Rückkehr, bei dem die Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen sprechen.

    Europäisches Solidaritätskorps (ESK)

    Das Europäische Solidaritätskorps (ESK) ist das Nachfolgeprogramm des Europäischen Freiwilligendienstes und wurde von der EU-Kommission ins Leben gerufen. Beim ESK geht es deshalb vorwiegend um Freiwilligenarbeit in Europa, manche Projekte finden aber auch im Nahen Osten oder in Afrika statt. Vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gab es im Rahmen des ESK auch zahlreiche Angebote für Freiwilligenarbeit in Russland, was jetzt aber nur noch in sehr eingeschränktem Maß möglich ist.

    Einsatzstellen zum ESK gibt es zum Beispiel im sozialen Bereich, etwa bei einem Freiwilligendienst im Kindergarten oder in der Jugendförderung und -beratung, im Umweltschutz, in der Flüchtlingshilfe und im Katastrophenschutz. Ein ESK dauert zwischen zwei Monaten und einem Jahr und richtet sich an Teilnehmer*innen von 18 bis 30 Jahren. Wie ein ESK konkret abläuft, berichten die Teilnehmer*innen Bianca und Michael in unserem Beitrag Auslandsjahr mit Freiwilligendienst.

    Kulturweit

    Wenn du dich vor allem für Kultur interessierst, könnte der Freiwilligendienst Kulturweit der UNESCO-Kommission das richtige für dich sein. Bei diesem Programm engagierst du dich in Kultur- und Bildungseinrichtungen, zum Beispiel am Goethe-Institut oder einer deutschen Schule im Ausland. Einsatzstellen für Kulturweit gibt es in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika, aber auch in europäischen Ländern. Teilnehmen kannst du, wenn du zwischen 18 und 26 Jahre alt bist. Die Einsätze beim ESK dauern von einem halben bis zu einem ganzen Jahr.

    FSJ im Ausland

    Ein FSJ im Ausland zu absolvieren bedeutet, dass du an einem Freiwilligendienst im sozialen Bereich teilnimmst in einer Einsatzstelle in einem anderen Land. In der Regel findet das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland im Rahmen der gängigen Programme statt. Das heißt, du bewirbst dich für Angebote aus dem Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD), Weltwärts, dem ESK, Kulturweit oder ähnlichen Projekten. Grundsätzlich beinhaltet jedes FSJ die Teilnahme an Seminaren, du bist sozialversichert, bekommst Unterkunft und Verpflegung und ein Taschengeld. Das gleiche gilt für das FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr), für das ebenfalls Auslandsprogramme angeboten werden. Ein Bundesfreiwilligendienst ist dagegen nicht im Ausland möglich.

    Welches Land ist für Freiwilligenarbeit am besten?

    Wo du Freiwilligenarbeit leistest, hängt von deinen persönlichen Interessen ab. Welches Land möchtest du kennenlernen? Was für eine Kultur fasziniert dich besonders? Eine Rolle spielen aber auch Faktoren wie Sprachkenntnisse. In vielen afrikanischen Ländern wird zum Beispiel französisch gesprochen. Möchtest du nach Lateinamerika, sind Spanischkenntnisse von Vorteil. Auch über deine Erwartungen an deinen Lebensstandard solltest du dir Gedanken machen. Internetverbindung, Strom und warmes Wasser sind nicht in allen Ländern allzeit verfügbar.

    Um andere Kulturen zu entdecken, musst du oft auch gar nicht so weit weg. Beliebte Ziele sind zum Beispiel auch skandinavische oder osteuropäische Länder oder auch das Baltikum.

    Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl des Ziellandes sind außerdem die Kosten. Meistens müssen die Teilnehmer*innen nämlich einen Teil der Finanzierung selbst übernehmen. Sind die Lebenshaltungskosten in einem Land hoch, musst du für deine Freiwilligenarbeit im Ausland in der Regel auch mehr Geld einplanen.

    Wie viel kostet Freiwilligenarbeit im Ausland?

    Bei staatlich geförderten Freiwilligendiensten wie dem IJFD, Weltwärts, Kulturweit und dem ESK übernehmen die jeweiligen Träger die Reisekosten, die wichtigsten Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung und bezahlen den Teilnehmer*innen ein kleines Taschengeld. Trotzdem wird erwartet, dass du dich an dem Projekt finanziell beteiligst mit einem Eigenanteil von etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Bei Projekten, die nicht staatlich gefördert werden, sind die Kosten oft deutlich höher.

    Was verdient man als Volunteer?

    Ein Freiwilligendienst ist kein regulärer Job. Ein vollwertiges Gehalt bekommst du für Freiwilligenarbeit nicht. Du kannst aber kostenfrei essen und wohnen und bekommst von deiner Einsatzstelle ein Taschengeld. Meistens sind das etwa 150 bis 350 Euro im Monat, bei Einsatzstellen im Ausland liegt der Satz auch oft noch darunter. Mehr als 423 Euro darfst du beim FSJ oder Bundesfreiwilligendienst aus rechtlichen Gründen nicht verdienen. Das gilt auch für Programme im Ausland.


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    Du suchst nach Angeboten für Freiwilligendiensten im Ausland? Auf der Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi bekommst du kompetente Beratung und erfährst, wo es aktuell freie Einsatzstellen gibt – zum Beispiel am Messestand von Eurodesk, einem unabhängigen, von der EU und dem Bundesfamilienministerium geförderten Beratungsnetzwerk, das junge Menschen über Wege ins Ausland informiert. Stuzubi kooperiert seit 2018 bundesweit mit Eurodesk.

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