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Praktikum trotz Corona – 4 Tipps und Fakten

Praktikum trotz Corona

Während Corona ein Praktikum zu finden ist nicht so einfach – dennoch bleiben Praktika ein zentraler Aspekt der Berufsorientierung. Denn einen Beruf auszuprobieren und Fachkräften über die Schulter zu schauen, ist eine der effektivsten Methoden, um herauszufinden, ob dir die Tätigkeit Spaß macht. Die Chance, ins Arbeitsleben hineinzuschnuppern und Ausbildungsberufe kennenzulernen, hast du auch in der Pandemie.

4 Tipps und Wissenswertes für deine Suche nach einer Praktikumsstelle in Zeiten von Corona:

1. Berufe ausprobieren, an die du noch nicht gedacht hast

Beim Praktikum geht es ums Ausprobieren. Deshalb: Warum nicht einmal Neues wagen? Wegen Corona gibt es aktuell zwar nicht in allen Branchen Praktikumsangebote. Genau das hat aber auch Vorteile. Wenn du dich auf Alternativen einlässt, hast du die Chance, Berufsfelder zu entdecken, die du vorher gar nicht in Erwägung gezogen hast.

Wie das konkret aussehen kann? „Kliniken und Allgemeinärzte sind im Moment zum Beispiel überlastet und bieten kaum Praktikumsstellen an, weil sie sich um Praktikanten jetzt gar nicht kümmern könnten“, erklärt Waltraud Erndl, Sprecherin des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR) und Expertin für Berufsorientierung.

Bei Fachärzten wie etwa in Zahnarztpraxen würden aber auch in der Corona-Krise Praktika angeboten, da die Situation dort etwas entspannter sei. Ihr Tipp für Schülerinnen und Schüler, die sich für Medizin und das Gesundheitswesen interessieren: „Bewerbt euch jetzt beim Facharzt für ein Praktikum.“

2. Ein Praktikum in einem kleinen oder mittleren Betrieb absolvieren

Während Konzerne einen großen Teil der Mitarbeiter in der Pandemie ins Home-Office schicken, wird in kleineren und mittelständischen Unternehmen häufiger weiterhin am Firmenstandort gearbeitet. In Zeiten von Corona ein Praktikum zu finden sei deshalb leichter in einem kleinen Betrieb, sagt Erndl. Das Angebot an Praktikumsstellen sei hier weiterhin vielfältig und reiche von Tätigkeiten in der Produktion bis zu Büroberufen wie Industriekaufmann/-frau oder Kaufmann/-frau für Büromanagement.

Warum sich ein Praktikum in einem kleinen Unternehmen außerdem lohnt: Der persönliche Kontakt spielt hier eine viel größere Rolle als in großen Konzernen. Wenn du ins Team passt und dich als ehemaliger Praktikant auf eine Ausbildung bewirbst, hast du die Stelle so gut wie in der Tasche.

3. Mit einem Praktikum das Handwerk entdecken

Im Handwerk werden trotz Corona relativ viele Praktikumsstellen angeboten. „Das Handwerk ist hier sehr offen und spielt gerade für Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Schulabschluss wie zum Beispiel dem Realschulabschluss eine immer größere Rolle“, sagt Erndl. Mit der zunehmenden Technisierung würden die Tätigkeiten in handwerklichen Berufen immer anspruchsvoller: „Daraus ergeben sich interessante Berufsfelder.“

Warum sich ein Praktikum im Handwerk außerdem lohnt? Wenn dir die Arbeit Spaß macht und du dich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidest, hast du die Möglichkeit, dich zum Meister weiterzubilden und später einen eigenen Betrieb zu eröffnen. Das ist nicht nur spannend, sondern bietet dir auch Verdienstaussichten, die locker mit dem Einkommen von Hochschulabsolventen mithalten können.

4. Virtuelle Praktika und Online-Berufsorientierung

In der Corona-Krise verlagert sich vieles in die digitale Welt – das gilt auch für die Berufsorientierung. Vor allem große Unternehmen, zum Beispiel in der Autoindustrie, bieten Schülerinnen und Schülern inzwischen die Möglichkeit, online einen Einblick ins Berufsleben zu gewinnen, berichtet Erndl: „Es gibt virtuelle Betriebsrundgänge, Filme zur Präsentation von Ausbildungen werden aufgewertet, und Virtual Reality Angebote schaffen neue Möglichkeiten, Berufe kennenzulernen.“

Über digitale Formate könnten viele Aspekte eines Praktikums abgedeckt werden. Ein umfangreiches Online-Angebot zum Thema Ausbildung und Berufsorientierung werde auch von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt.

Obwohl ein Schülerpraktikum für Abiturienten und Jugendliche, die den mittleren Schulabschluss anstreben, nicht verpflichtend ist, empfiehlt Erndl das Absolvieren mehrerer freiwilliger Praktika. „Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler haben bis zu ihrem Abschluss etwa fünf Praktika gemacht“, sagt die VDR-Sprecherin.

Wo es aktuell freie Praktikumsstellen in deiner Region gibt, erfährst du unter anderem auf der virtuellen Schülermesse Stuzubi Digital, in der Stuzubi Stellenbörse und beim Berufsinformationszentrum (BiZ) deiner zuständigen Arbeitsagentur.

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2 Antworten

  1. Moin, moin,

    ich, als Inhaber einer kleinen Agentur, muss hier leider deutlich widersprechen, in Bezug auf die so gepriesenen kleinen Unternehmen:

    Gerade diese haben in diesen Zeiten (01.2021) besonders stark zu kämpfen, sind geschlossen und können, manchmal aus räumlich beengten Gründen. überhaupt keine Praktika anbieten bzw. dürfen es gar nicht!!

    Der Zug ist dafür im Moment abgefahren, und hier auch noch die Werbetrommel für mehrere Praktika zu werben, geht an der Realität vorbei.

    1. Guten Morgen Joachim Albrecht, vielen Dank für das Feedback. Der Artikel befindet sich aktuell nicht auf der Startseite und basiert auf einem Interview, das mit der Sprecherin des Verbands Deutscher Realschullehrer im Herbst geführt wurde. In der Pandemie ändert sich die Faktenlage sehr schnell, und variiert unter Umständen je nach Region. Deshalb kann es sein, dass Artikel, die über google gefunden werden, nicht unbedingt die zur jeweiligen Zeit in der regionalen Umgebung vorherrschenden Verhältnisse widerspiegeln. Grundsätzlich möchten wir den SchülerInnen jedoch mit auf den Weg geben, sich auf Praktikumsstellen zu bewerben, wenn es die Infektionslage zulässt, und dabei zum Beispiel auch kleinere Unternehmen oder etwa Fachärzte in Erwägung zu ziehen. Sollte sich dauerhaft und überregional abzeichnen, dass Schülerpraktika nicht mehr möglich sind, werden wir den Beitrag natürlich aus dem Netz nehmen. Freundliche Grüße, Julia Stark vom Stuzubi-Team

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