Wie viel kann ich zum BAföG dazuverdienen? Und bekomme ich überhaupt BAföG? Um diese Fragen zu beantworten, musst du den jeweiligen BAföG Freibetrag kennen.

BAföG beantragen: Freibeträge im Überblick

    Der Freibetrag ist das Geld, das du selbst behalten darfst, ohne dass dir vom BAföG etwas abgezogen wird, und der Einkommensanteil, der deinen Eltern für ihre eigenen Lebenshaltungskosten zusteht, ohne dass sie dir Unterhalt für dein Studium zahlen müssen. Beim BAföG gibt es deshalb drei wichtige Freibeträge: den Freibetrag beim Einkommen der Eltern, den Freibetrag für dein Vermögen, und den Freibetrag bei deinem eigenen Einkommen, zum Beispiel bei Nebenjobs im Studium und Werkstudentenjobs.

    Freibetrag beim BAföG Antrag: Einkommen der Eltern

    Ob und wie viel BAföG du bekommst, richtet sich zum Großteil danach, wie viel deine Eltern verdienen. Dazu gibt es den BAföG Freibetrag. Der BAföG Freibetrag ist eine Art Einkommensgrenze. Verdienen deine Eltern mehr, sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, dein Studium finanziell zu unterstützen. Liegt ihr Gehalt unter dem Betrag, geht der Gesetzgeber davon aus, dass sie ihr Geld zur Finanzierung ihres eigenen Lebensunterhalts brauchen und dein Studium nicht bezahlen können. Dann bekommst du in Form von BAföG fürs Studieren finanzielle Hilfen vom Staat.

    Eine pauschale Gehaltsobergrenze gibt es für den BAföG Freibetrag beim elterlichen Einkommen aber nicht. Ob deine Eltern gesetzlich dazu verpflichtet sind, dir dein Studium zu finanzieren, hängt zum Beispiel davon ab, ob du Geschwister hast, die ebenfalls versorgt werden müssen, ob deine Mutter und dein Vater verheiratet oder geschieden sind, ob sie weitere Unterhaltsverpflichtungen haben, und von vielen weiteren Faktoren.

    Als Anhaltspunkt ein Beispiel für ein verheiratetes Ehepaar mit einem Kind:

    Familienstand der Elternverheiratet
    Anzahl der Geschwisterkeine
    Sonstige Unterhaltsverpflichtungen oder Belastungenkeine
    BAföG Freibetrag für das gemeinsame Netto-Einkommen2.415 Euro
    Rechenbespiel BAföG Freibetrag ab 2022

    Die Freibeträge beim Einkommen der Eltern wurden übrigens bei der BAföG Reform zum Wintersemester 2022/23 mit einer Erhöhung um 20 Prozent deutlich angehoben. Das bedeutet: Viele Studierende, die bislang keine Förderung bekamen, können jetzt BAföG beantragen. Die Zahl der Studierenden, die BAföG erhalten, ist nämlich in den vergangenen Jahren stetig gesunken und liegt aktuell bei unter 14 Prozent. Die Erhöhung des Freibetrags beim Einkommen der Eltern soll nun dafür sorgen, dass wieder mehr junge Leute die finanzielle Förderung für ihr Studium nutzen.

    BAföG Freibetrag 1

    Freibetrag beim BAföG Antrag: Vermögensgrenzen

    Das Vermögen deiner Eltern spielt beim BAföG keine Rolle – dein eigenes allerdings schon. Wenn du zum Beispiel geerbt hast, wird von dir erwartet, dass du dein Studium selbst finanzierst, statt öffentliche Gelder zu beanspruchen. Doch auch beim Vermögen gibt es einen BAföG Freibetrag. Wenn du im Wintersemester 2022/23 als Ersti ins Studium startest und noch keine 30 Jahre alt bist, kannst du bis zu 15.000 Euro behalten und trotzdem BAföG bekommen, wenn du 30 Jahre oder älter bist, bleiben dir sogar bis zu 45.000 Euro.

    BAföG Freibetrag für Nebenjobs zum Studium

    Ein Studium nur mit BAföG zu finanzieren funktioniert in der Regel nicht – selbst wenn du den BAföG Höchstsatz bekommst. Die meisten Studierenden, die BAföG beziehen, haben deshalb zusätzlich einen Nebenjob im Studium. Beim Gehalt gelten die gleichen Obergrenzen wie bei einem Minijob, aber auf das ganze Jahr verteilt. Das bedeutet: Im Durchschnitt darfst du bis zu 520 Euro im Monat verdienen, ohne dass dir vom BAföG etwas abgezogen wird. Du hast dabei aber die Möglichkeit, je nach Monat unterschiedlich viel zu arbeiten. Zum Beispiel kannst du in den Semesterferien einige Wochen einen Vollzeitjob machen, in dem du mehr verdienst verdienst als die für Minijobs festgelegte Gehaltsobergrenze, und dich dafür während des Semesters ganz auf dein Studium konzentrieren ohne zu arbeiten.

    Extra Tipp: Wenn du neben dem Studium arbeiten musst oder möchtest, schau dich am besten nach einem Werkstudentenjob um. Bei einem Werkstudentenjob kannst du oft Tätigkeiten ausüben, die inhaltlich etwas mit deinem Studium zu tun haben. Diese praktischen Erfahrungen helfen dir später nach deinem Hochschulabschluss beim Start in den Job. Außerdem ergeben sich aus Werkstudentenjobs oft interessante Gelegenheiten – zum Beispiel bei der Bachelorarbeit oder für den Berufseinstieg.

    BAföG Freibetrag 2

    Freibetrag beim Schüler BAföG

    Für das Schüler BAföG, das du zum Beispiel bei Berufsausbildungen an bestimmten Fachschulen oder für das Nachholen von Schulabschlüssen beantragen kannst, gilt jeweils beim Einkommen der Eltern, beim eigenen Vermögen und für Nebenjobs der gleiche BAföG Freibetrag wie beim BAföG fürs Studium. Allerdings ist beim Schüler BAföG der Höchstsatz etwas niedriger als beim BAföG für Studierende. Alle Infos zum BAföG für Schüler und Schülerinnen und den jeweiligen BAföG Höchstsatz für die verschiedenen Schularten findest du in unserem Beitrag Schüler BAföG.

    Welche Rolle spielt der BAföG Freibetrag beim BAföG Höchstsatz?

    Liegt das Einkommen deiner Eltern über dem BAföG Freibetrag, bedeutet das nicht, dass du kein BAföG beantragen kannst. Du bekommst dann allerdings nicht mehr den BAföG Höchstsatz, sondern nur noch eine Teilförderung. Gleichzeitig wird von deinen Eltern erwartet, dass sie dich im Studium finanziell unterstützen und dir so viel Unterhalt zahlen, dass du monatlich in der Summe den gleichen Betrag zur Verfügung hast wie Studierende, die den BAföG Höchstsatz bekommen.

    Je mehr deine Eltern verdienen, desto niedriger wird dein BAföG Satz, und desto höher wird dein Unterhaltsanspruch. Ab einer bestimmten Gehaltsobergrenze entfällt dein BAföG Anspruch ganz und deine Eltern müssen dein Studium komplett finanzieren. Mehr über die maximale Fördersumme beim BAföG erfährst du in unserem Beitrag BAföG Höchstsatz.

    BAföG beantragen: Tools & Tipps

    BAföG beantragen kannst du inzwischen komplett online. Registriere dich einfach bei bafoeg-digital.de. BAföG Formulare ausdrucken und Unterschriften – alles nicht mehr nötig. BAföG online beantragen hat aber noch weitere Vorteile. Das Tool weist dich zum Beispiel darauf hin, wenn du Angaben oder Unterlagen vergessen hast. Und du kannst den Bearbeitungsstand deines BAföG Antrags jederzeit einsehen. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag BAföG online beantragen.

    Weitere wissenswerte Infos, zum Beispiel zur Rückzahlung des BAföG Darlehens und eine Erklärung, wie BAföG grundsätzlich funktioniert, bietet dir der Stuzubi BAföG Ratgeber.

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