Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung

Studieren ohne Abitur © Adobe Stock

Du schließt die Schule mit einem Mittleren Schulabschluss oder Hauptschulabschluss ab und bist dabei, eine Ausbildung zu finden, aber eigentlich möchtest du lieber studieren? Dann kannst du jetzt auch gleich schon mal nach einem interessanten Studiengang für dich suchen. Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung ist nämlich relativ einfach.

Studieren ohne Abitur

    Kann man sofort ohne Abitur studieren nach der Ausbildung?

    Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hast du den wichtigsten Meilenstein auf deinem Weg zum Studium geschafft. Ob du ohne Abitur sofort nach der Ausbildung studieren kannst, hängt aber von der jeweiligen Hochschule und vom Bundesland ab. Möglich ist ein fachbezogenes Studium direkt nach der Berufsausbildung zum Beispiel an vielen Privathochschulen. Um an einer privaten Hochschule studieren zu können, musst du allerdings Studiengebühren bezahlen.

    Viele staatliche Universitäten und Hochschulen verlangen zusätzlich zur abgeschlossenen Berufsausbildung noch einige Jahre Berufserfahrung. Wie viel Berufserfahrung du mitbringen musst, um mit dem Studium beginnen zu können, unterscheidet sich je nach Bundesland. Die einzige Ausnahme: Nach einer erfolgreich bestandenen Ausbildung an Fachschulen, zum Beispiel als staatlich geprüfte*r Erzieher*in, kannst du in zahlreichen Bundesländern sofort studieren. Eine Abkürzung auf dem Weg zum Studium ist das aber nicht. Die Ausbildung zur/zum staatlich geprüften Erzieher*in dauert nämlich in der Regel vier bis fünf fünf Jahre und ist sehr anspruchsvoll.

    Alternativ zur Berufserfahrung kannst du dich außerdem mit einer beruflichen Aufstiegsfortbildung zum/zur Fachwirt*in, Techniker*in oder Meister*in für ein Studium qualifizieren. Allerdings dauern diese Aufstiegsfortbildungen ebenfalls oft mehrere Jahre und kosten teilweise Geld. Aber: Eine bestandene Prüfung zum Fachwirt, Techniker oder Meister wird von Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland anerkannt.

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    Kann man jeden Studiengang ohne Abitur studieren nach der Ausbildung?

    Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung ist möglich, und zwar in allen Fachrichtungen. Dennoch gibt es bei der Studienwahl Einschränkungen. Nur mit einer Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt, Techniker oder Meister oder in einigen Bundesländern mit bestimmten Berufsausbildungen an Fachschulen kannst du jedes Studienfach studieren – natürlich mit entsprechenden Einschränkungen bei NC-Fächern. Wenn du deine Hochschulzulassung dagegen durch eine Berufsausbildung mit anschließender Berufserfahrung erwirbst, kannst du ausschließlich fachbezogen studieren. Das bedeutet, dein Studiengang muss zu deiner Ausbildung passen.

    Wählst du diesen Weg, ist es sinnvoll, dass du dich frühzeitig mit dem Thema Studienwahl beschäftigst und eine Entscheidung triffst. Denn du musst eine Ausbildung finden, die etwas mit deinem späteren Studiengang zu tun hat. Möchtest du zum Beispiel Medizin studieren und Arzt werden oder Ärztin, solltest du eine Ausbildung im Bereich Gesundheit absolvieren, etwa in der Pflege oder als Medizinische*r Fachangestellte*r. Wenn du ein Jurastudium planst und Anwalt/Anwältin oder Richter*in werden willst, bieten sich Ausbildungsberufe wie Rechtsanwaltsfachangestellte*r an. Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung kannst du in den Ingenieurwissenschaften unter anderem mit einem Abschluss als Mechatroniker*in, Elektroniker*in oder Anlagenmechaniker*in.

    Extra-Tipp: Informiere dich im Vorfeld bei Hochschulen und Universitäten, welche Berufsausbildungen für dein Wusch-Studium anerkannt werden, und starte erst dann mit deiner Suche nach einer Ausbildung.

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    Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung: die Regelungen in den verschiedenen Bundesländern

    Bei der Anerkennung von Aufstiegsfortbildungen als Zulassungsvoraussetzung für ein Studium sind die Regeln in ganz Deutschland gleich. Ob und wie viel Berufserfahrung du mitbringen musst, um fachbezogen ohne Abitur studieren zu können nach der Ausbildung, unterscheidet sich aber je nach Bundesland.

    Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung zum Meister

    Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung zum Meister kannst du, wenn du zunächst einen handwerklichen Beruf erlernt hast. Insgesamt gibt es derzeit rund 130 Ausbildungsberufe im Handwerk. Ein Verzeichnis aller Ausbildungen im Handwerk bekommst du bei der Handwerkskammer. Neben dem Handwerksmeister gibt es außerdem den Landwirtschaftsmeister für landwirtschaftliche Berufe, den Industriemeister für Berufe aus der Industrie, den Hauswirtschaftsmeister für hauswirtschaftliche Berufe und den Küchenmeister für die Gastronomie. Derzeit gelten jedoch nur Meisterprüfungen im Handwerk bundesweit als gleichwertig mit einem allgemeinen Abitur, mit dem du grundsätzlich keine Einschränkung bei der Studienwahl hast.

    Wie lange die Meisterprüfung dauert, unterscheidet sich je nach Beruf. Für manche Berufe wird zusätzlich zur Ausbildung eine festgelegte Dauer an Berufserfahrung vorausgesetzt, bevor du die Fortbildung zum Meister beginnen kannst. Es gibt aber auch Berufe, in denen du Teile der Meisterfortbildung schon während der Ausbildung absolvieren kannst.

    Bestandene Prüfung zum Fachwirt oder zum Techniker kann das Abi ersetzen

    Ähnlich wie die Meisterprüfung gelten auch erfolgreich absolvierte Aufstiegsfortbildungen zum Fachwirt und zum Techniker als gleichwertig mit einem allgemeinen Abitur. Die Voraussetzung für eine Fortbildung zum Fachwirt ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf, um dich zum/zur staatlich geprüften Techniker*in weiterbilden zu können, brauchst du eine Ausbildung in einem technischen Beruf. Je nach Beruf und Bundesland musst du außerdem oft eine gewisse Zeit an Berufserfahrung mitbringen, um dich zum/zur Fachwirt*in oder Techniker*in weiterbilden zu können. In diesen Fällen wird erwartet, dass du mindestens ein Jahr in deinem Beruf gearbeitet hast.

    Ohne Abitur studieren nach der Ausbildung an Fachschulen

    Je nach Bundesland werden oft auch Berufsausbildungen an Fachschulen wie zum Beispiel eine Ausbildung zum/zur staatlich geprüften Erzieher*in wie ein allgemeines Abitur gewertet. Mit deinem Abschluss kannst du dich dann ohne zusätzliche Berufserfahrung und ohne vorherige Weiterbildung direkt an einer Universität oder Hochschule für jeden zulassungsfreien Studiengang einschreiben. Wenn du die entsprechenden Voraussetzungen mitbringst – in der Regel eine dem jeweiligen Numerus Clausus entsprechende Abschlussnote – kannst du mit deinem Ausbildungsabschluss außerdem auch NC-Fächer studieren.


    Studiengänge ohne Abitur auf der Berufsorientierungsmesse Stuzubi

    Studieren ohne Abitur ist auf verschiedenen Wegen möglich. Welcher Weg für dich der Beste ist, erfährst du auf der Studien- und Ausbildungsmesse Stuzubi. Wenn du noch keine Berufsausbildung hast, findest du auf der Berufsorientierungsmesse außerdem viele interessante Ausbildungsangebote, und kannst damit schon einmal den Grundstein für dein späteres Studium legen.

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