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Pflegeausbildung statt Medizinstudium?

Pflegeausbildung: Erfahrungsberichte © Stuzubi / Dorothea Scheurlen DGPh / ukb / Uniklinik Essen / Uniklinik Leipzig

Die Coronapandemie hat viele Pflegekräfte an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht. Trotzdem ist die Arbeit in der Pflege ein Traumjob, finden viele Pfleger*innen. Warum das so ist, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, und weshalb sie sich immer wieder für eine Pflegeausbildung entscheiden würden, berichten junge Pflegekräfte, die bei Ausstellern der Berufsorientierungsmesse Stuzubi eine Ausbildung begonnen haben:

Berufliche Möglichkeiten mit einer Pflegeausbildung

    Katharina Hammes macht statt einem Medizinstudium eine Pflegeausbildung in der Kinderklinik

    Katharina Hammes, 22, absolviert eine Pflegeausbildung an der Universitätsklinik Essen für den Abschluss zur Pflegefachfrau mit Vertiefung Kinderkrankenpflege:

    „Ursprünglich wollte ich Medizin studieren, aber mit meinem Abiturschnitt von 2,0 hat es für den NC nicht gereicht. Ich bin dann erstmal ins Ausland gegangen und habe vieles ausprobiert. Als ich ein dreimonatiges Pflegepraktikum in der Gynäkologie und Geburtshilfe gemacht habe und dort Kontakt zu Säuglingen hatte, war das superinteressant und ich habe gemerkt: Das soll es sein.

    Anders als in der Medizin, bei der die Therapie im Fokus steht und es auch viel um Dokumentation geht, ist man in der Pflege wirklich nah am Patienten. Und gerade wenn man mit Kindern arbeitet, ist das superkreativ. Kein Kind ist gerne im Krankenhaus, aber man kann das schön verpacken. Kinder kann man so leicht ablenken. Auch wenn sie schwerkrank sind, kann man mit ihnen spielen und lachen und Spaß haben, so dass sie ihre schlimme Situation völlig vergessen.

    In meinem Pflegealltag steht nicht die Krankheit, sondern das Kind im Vordergrund. Ich gestalte zum Beispiel Therapien zur Verbesserung der Atmung als Spiel. Die Kinder müssen dann kleine Bälle durch ein Tor pusten, und merken gar nicht, dass das Teil der Behandlung ist. Dann ihre Lebenslust und Unbefangenheit zu sehen ist etwas wunderbares.

    Wenn ich Leuten erzähle, wie gerne ich meinen Job mag, sind sie aber meistens total überrascht. Pflege hat so ein schlechtes Image, viele verbinden damit Schreckliches. Problematisch ist aber vor allem der Fachkräftemangel, wir haben zu wenig Personal. Das führt teilweise zu Überlastung und schlechten Arbeitsbedingungen. Würden sich mehr Leute für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden, hätten wir das Problem nicht. Der Beruf an sich ist wunderschön.“

    Pflegeausbildung statt Medizinstudium? 1

    Annalena Höngen hat nach ihren Fachabitur eine Pflegeausbildung absolviert und ist nun Lebensretterin auf der Intensivstation

    Annalena Höngen, 24, hat eine Pflegeausbildung an der Uniklinik Leipzig abgeschlossen und arbeitet nun in der Intensivmedizin:

    „Ich wusste schon immer, dass ich was Soziales machen und mit Menschen arbeiten will. Für eine Ausbildung in der Pflege habe ich mich entschieden, als ich für mein Fachabitur für Gesundheit und Soziales ein Praktikum im Hospiz gemacht habe. Da habe ich gemerkt, das ist mein Beruf.

    Was mich an der Pflege auch fasziniert ist, dass man so viel über den Körper lernt. Es ist unglaublich, zu sehen, was die Medizin alles leistet. Für meine Prüfung wurde ich dann in die Intensivmedizin eingeteilt und bin dortgeblieben. Das hat einfach gepasst und ist mega-spannend.

    Im Moment arbeite ich viel auf der Corona-Intensivstation. Das ist nochmal ein anderes Arbeiten, manchmal bin ich wirklich sprachlos. Vor allem, wenn Leute auf der Intensivstation liegen, und immer noch glauben, sie hätten kein Corona. Auch dass so viele Menschen gesundheitlich so schnell abbauen, habe ich noch nie erlebt. Die Dienste sind jetzt stressiger, es gibt schon Tage, da möchte man einfach nur nach Hause. Aber man ist nie allein, wir haben ein tolles Team, das fängt einen auf, und es ist auch immer ein Arzt oder eine Ärztin da.

    Auch über mein Gehalt kann ich mich nicht beschweren, natürlich könnte es mehr sein, in der Intensivmedizin bekommt man aber viele Zuschläge. Und falls mir die Arbeit auf der Intensivstation in 20, 30 Jahren mal zu anstrengend werden sollte, habe ich alle Möglichkeiten, ich kann in eine Arztpraxis gehen, in eine Ambulanz und vieles mehr. Der Pflegeberuf ist auf jeden Fall mein Traumberuf, ich würde mich immer wieder so entscheiden.“

    Jennifer Wurl rettet als Pflegefachkraft in der Unfallchirurgie Schwerverletzte

    Jennifer Wurl, 25, hat eine Pflegeausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Unfallchirurgie am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin abgeschlossen

    „Für die Ausbildung in der Pflege habe ich mich entschieden, weil ich gerne mit Menschen und gerne im Team arbeite. Ich habe bei meiner Tätigkeit einen engen Kontakt zu den Ärztinnen und Ärzten, und man begegnet sich dabei auf Augenhöhe. Außerdem hat man direkt mit den Patienten zu tun. Ich versuche, immer ein offenes Ohr zu haben, auch wenn viel zu tun ist, und meistens gelingt das auch.

    In unserer Ausbildung durchlaufen wir viele Bereiche, und die Unfallchirurgie hat mir am besten gefallen. Die Patienten kommen hier an, zum Teil schwer verletzt, und gehen dann in den allermeisten Fällen am Ende gesund wieder nach Hause. Das baut mich auf.

    Außerdem interessieren mich die Krankheitsbilder. Jeder Oberschenkelbruch ist individuell, Routine gibt es bei uns nicht. Auch im Alltag macht mir die Arbeit viel Spaß, ich lege zum Beispiel gerne Verbände an. Neben meinem Interesse für Medizin spielt aber natürlich auch der Aspekt der Nächstenliebe eine Rolle bei meiner Berufswahl.

    Inzwischen tut sich in der Pflege auch etwas bei den Gehältern, da ist Bewegung drin. Das ist auch wichtig, um Leute dazu anzuregen, sich für die Ausbildung zu entscheiden. Ich selbst habe meine Berufswahl nie bereut, ich mag meine Arbeit, ich mag mein Team und ich will auch langfristig hier in der Unfallchirurgie bleiben. Ich bin rundum zufrieden.“

    Eine generalisierte Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist auch die Voraussetzung, um sich für gut bezahlte Ausbildungsberufe bewerben zu können und zum Beispiel als qualifizierte Pflegefachkraft in die Altenpflege zu gehen. Wie der Arbeitsalltag dort aussieht, verraten Sabrina, die eine Pflegeausbildung bei einem mobilen Pflegedienst der Caritas München absolviert, und Silva, die eine Pflegeausbildung zur Altenpflegehelferin in einem Altenheim in Ludwigsburg begonnen hat.

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